Prognose für Frankreich gesenkt IWF erwartet von Paris mehr Reformeifer

Stand: 04.06.2013 17:05 Uhr

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Der IWF sieht noch viel Reformbedarf in Frankreich.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für Frankreich für dieses und nächstes Jahr abgesenkt. Für 2013 rechnet der IWF mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um 0,2 Prozent statt wie bislang 0,1 Prozent, wie aus der Prognose hervorgeht. Für 2014 erwartet die Finanzinstitution ein leichtes Wachstum von 0,8 Prozent. Im April war der IWF noch von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,9 Prozent ausgegangen.

Bisherige Reformen nur "erste Schritte"

Ohne größeren Reformeifer droht Frankreich nach Einschätzung des IWF weiter an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Der IWF lobte zwar die die von François Hollandes Regierung eingeführten Steuererleichterungen für Geschäfte sowie die Übereinkunft von Arbeitgebern und Gewerkschaften zur Lockerung der strengen Arbeitsgesetze. Die bislang von der Regierung eingeleiteten Reformen reichten jedoch nicht aus, hieß es in dem Länderbericht. "Sie sind nur ein erster Schritt in einem langen Prozess", sagte der Frankreich-Experte des IWF, Edward Gardner.

Weitere Änderungen in der Beschäftigungspolitik gefordert

Frankreich müsse seine Arbeitskosten drücken und die Steuererhöhungen beenden, um international konkurrenzfähiger zu werden. Ein geringerer Mindestlohn und flexiblere Arbeitsverträge könnten die hohe Jugendarbeitslosigkeit verringern helfen. Die von Hollande angestrebte Trendwende am Arbeitsmarkt bis Jahresende sei jedoch schwierig zu erreichen, sagte Gardner.

Die Organisation empfahl dem Land zudem, Wettbewerbshürden im Dienstleistungssektor zu beseitigen und die Arbeitslosenunterstützung zu kürzen, um einen größeren Anreiz zur Arbeitssuche zu schaffen. Zudem sei es "substanziell", dass Frankreich sein Haushaltsdefizit verkleinere. Dafür müsse das Land vor allem bei den Ausgaben sparen - Potenzial dafür gebe es im öffentlichen und im sozialen Sektor.

Frankreich in der Rezession

Frankreichs Wirtschaft ist bereits zwei Quartale in Folge geschrumpft und damit in die Rezession gerutscht. Die Arbeitslosigkeit steigt seit zwei Jahren ununterbrochen an und hat inzwischen eine Rekordhöhe von 3,26 Millionen erreicht. 

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