Der Ex-IWF-Chef Rodrigo Rato verlässt im Juni 2017 das Gebäude des Obersten Gerichtshofes Spaniens. | Bildquelle: REUTERS

Wegen Korruption Ex-IWF-Chef Rato muss ins Gefängnis

Stand: 04.10.2018 04:01 Uhr

Der frühere IWF-Chef Rodrigo Rato ist mit seiner Berufung vor dem Obersten Gerichtshof Spaniens gescheitert: Dieser bestätigte den Schuldspruch wegen Korruption von 2017. Rato muss nun für mehrere Jahre in Haft.

Der frühere IWF-Chef Rodrigo Rato ist mit seiner Berufung vor dem Obersten Gerichtshof Spaniens gescheitert: Dieser bestätigte den Schuldspruch wegen Korruption von 2017. Rato muss nun für mehrere Jahre in Haft.

Der ehemalige Vorsitzende des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, muss für viereinhalb Jahre Gefängnis. Der Oberste Gerichtshof Spaniens bestätigte das Urteil des Nationalen Gerichtshofs. Es ging um eine Kreditkartenaffäre.

Der Skandal rund um die "tarjetas black", die "schwarzen Kreditkarten", hatte sich abgespielt, als Rato Chef der spanischen Bank Caja Madrid war, die später in die Bankia überging.

Luxusleben auf Kosten des Steuerzahlers

Rato hatte damals nach Überzeugung der Richter ein Korruptionsnetzwerk aufgebaut: Mehr als 60 hohe Mitarbeiter nutzen Firmenkreditkarten für private Ausgaben, wie teure Kleidung, Schmuck oder Luxusreisen. Insgesamt gaben sie 12,5 Millionen Euro aus. Geld, das am spanischen Fiskus vorbeigeschleust wurde.

Zusätzlich pikant: Die Bankia musste 2012 mit Steuergeld in Höhe von 20 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Weil also der spanische Steuerzahler indirekt das Luxusleben der Bankdirektoren finanziert hatte, war der Aufschrei im Land groß, als die Affäre öffentlich wurde.

Rato war von 1996 bis 2004 spanischer Wirtschaftsminister und danach bis 2007 Chef des Internationalen Währungsfonds, bis er die Führung der Caja Madrid übernahm.

Kreditkartenaffäre: Ex-IWF-Chef Rato muss viereinhalb Jahre ins Gefängnis
Oliver Neuroth, ARD Madrid
04.10.2018 06:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. April 2015 um 10:30 Uhr.

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