Dichter Straßenverkehr in Los Angeles | Bildquelle: REUTERS

Streit mit Trump Kalifornien kauft nicht mehr bei GM

Stand: 19.11.2019 08:50 Uhr

Kalifornien will keine Dienstwagen mehr von Herstellern wie GM, Fiat Chrysler oder Toyota kaufen - weil sie die Emissionspolitik von Präsident Trump unterstützen. Davon könnten auch deutsche Hersteller profitieren.

Im Streit mit Präsident Donald Trump um eine eigenständige Emissionspolitik nimmt der Bundesstaat Kalifornien nun Autohersteller ins Visier, die Trump unterstützen. Es würden keine Dienstwagen mehr von GM, Toyota, Fiat Chrysler angeschafft, kündigte Gouverneur Gavin Newsom an. Die Konzerne unterstützten Bemühungen von Trump, Kalifornien das Recht auf eigene Emissionsstandards zu entziehen.

"Autobauer, die sich auf die falsche Seite der Geschichte gestellt haben, werden von der Kaufkraft Kaliforniens nichts haben", unterstrich Newsom. Von Januar an würden nur noch Autos von Herstellern angeschafft, die Kaliforniens Rechte respektierten - so Ford, BMW und VW.

Bei den beiden deutschen Autobauern hatte der Westküstenstaat in den Jahren 2016 bis 2018 keinen einzigen Wagen gekauft. Für Ford-Fahrzeuge gab Kalifornien in dieser Zeit gut 69 Millionen Dollar aus, für Autos von GM knapp 59 Millionen Dollar. Von Fiat-Chrysler wurden für fast 56 Millionen Dollar Fahrzeuge erworben und von Toyota für zehn Millionen Dollar. GM und Toyota stellen auch E-Autos oder Hybrid-Fahrzeuge her.

Blick auf die von schlechter Luft eingehüllte Innenstadt von Los Angeles | Bildquelle: AFP
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Notorischer Smog: Die schlechte Luft in Metropolen wie Los Angeles darf Kalifornien mit eigenen Gesetzen bekämpfen - noch.

Sonderrechte sollen fallen

Kalifornien ist für seine strenge Umweltauflagen bekannt und darf seit 1970 wegen der hohen Smogbelastung in Los Angeles eigene Vorschriften setzen. Im Sommer hatte sich der Bundesstaat mit BMW, VW, Ford und Honda auf striktere Umweltauflagen verständigt als von der Regierung Trump vorgesehen. Daraufhin hatte Trump im September angekündigt, dem Bundesstaat das Sonderrecht auf eigene Standards zu entziehen. GM, Toyota und Chrysler hatten sich im Oktober hinter Trump gestellt.

Der Streit verschärft einen seit dem vergangenen Jahr schwelenden Streit zwischen der Bundesregierung in Washington und mehreren Bundesstaaten. Trump will Auflagen aufweichen, die unter seinem Vorgänger Barack Obama beschlossen worden waren. Dabei geht es um den Spritverbrauch von Pkw, der in mehreren Schritten gesenkt werden soll.

Demnach soll ein Pkw von 2025 an mit einer Gallone Benzin mindestens 54 Meilen weit fahren können müssen (4,4 Liter auf 100 Kilometer). Die US-Umweltbehörde EPA will dagegen den für 2020 festgelegten Standard einfrieren. Dieser sieht einen Höchstwert von etwa 6,3 Liter Sprit auf 100 Kilometern vor.

Emissionspolitik: Kalifornien begünstigt deutsche Autohersteller
Ulla Hermann, HR
19.11.2019 10:35 Uhr

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