Die Außenwerbung einer Kaufhof Filiale wird überprüft.

Kriselndes Warenhaus Kaufhof entlässt Tausende Angestellte

Stand: 25.01.2019 17:28 Uhr

Auch nach der Fusion von Karstadt und Kaufhof laufen die Geschäfte schlecht. Nun müssen Tausende Kaufhof-Mitarbeiter gehen - 2600 Stellen fallen weg. Im derzeitigen Zustand sei das Unternehmen "nicht überlebensfähig".

Bei der kriselnden Kaufhauskette Kaufhof sollen im Zuge der Fusion mit dem Rivalen Karstadt rund 2600 Stellen abgebaut werden. Das kündigte Karstadt an. Konzernchef Stephan Fanderl betonte, in seinem derzeitigen Zustand sei Kaufhof "langfristig nicht überlebensfähig". Im November 2018 fusionierten die beiden Warenhausketten. Das neue Gemeinschaftsunternehmen beschäftigt rund 32.000 Mitarbeiter in etwa 240 Filialen.

Davon sollen nun rund 1000 Vollzeitstellen in den Führungs- und Verwaltungsstrukturen wegfallen, weitere 1600 Vollzeitstellen in den Filialen, teilte der Konzern mit. Da es in den Kaufhof-Warenhäusern viele Teilzeitkräfte gibt, liegt die Zahl der bedrohten Arbeitsplätze aber deutlich höher - insgesamt könnten bis zu 4000 Menschen ihre Arbeit verlieren. Sanierungsbedingte Filialschließungen sind dagegen vorläufig nicht geplant.

Die Gewerkschaft ver.di kritisierte die Sanierungspläne als untragbar: "Das ist ein schlechter Start für die neue Warenhausholding", erklärte Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Man werde um jeden Arbeitsplatz kämpfen.

Kaufhof baut bei Fusion mit Karstadt etwa 2600 Vollzeitstellen ab
tagesschau 20:00 Uhr, 25.01.2019, Friederike Hofmann, WDR

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Kaufhof steigt aus dem Tarifvertrag aus

Um Kosten zu sparen, wird Kaufhof außerdem aus der Tarifbindung aussteigen. Das sei "gegenwärtig alternativlos", erklärte Fanderl. Dies sei "keine grundsätzliche Ablehnung von Tarifverträgen", versicherte er; er strebe in einem nächsten Schritt eine auf die Notlage von Kaufhof zugeschnittene Tariflösung an, also einen sogenannten Haustarifvertrag.

Der Konzern will künftig die wichtigsten Führungs- und Verwaltungsstrukturen beider Warenhäuser in der bisherigen Karstadt-Zentrale in Essen bündeln. Am Standort Köln, bisher der Sitz der Kaufhof-Zentrale, soll ein Kompetenz-Center für Digitalisierung und E-Commerce aufgebaut werden. Außerdem soll von hier aus das Gastronomie- und Lebensmittelgeschäft gesteuert werden.

Schlechtes Weihnachtsgeschäft

Fanderl soll aus den beiden schwächelnden Warenhauskonzernen einen auch im Internet-Zeitalter wettbewerbsfähigen Handelsriesen schmieden. Dabei steht er unter erheblichem Druck. Nach Karstadt-Angaben blieb das Weihnachtsgeschäft bei Kaufhof deutlich unter den Erwartungen. Die Umsätze der Kaufhof-Filialen hätten fast vier Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Auch bei Karstadt sollen die Geschäfte nicht gut gelaufen sein.

Der Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof ist aus der Not geboren. Kaufhof und Karstadt macht seit Jahren der Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando zu schaffen, aber auch die Konkurrenz der großen Einkaufszentren. Von dem Zusammenschluss erhoffen sich die beiden Ketten eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition. Die Mehrheit am neuen Gemeinschaftsunternehmen hält der bisherige Karstadt-Eigentümer René Benko. Der Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company bleibt als Minderheitseigentümer an Bord.

Über dieses Thema berichtete am 25. Januar die tagesschau und Deutschlandfunk24 in den Nachrichten um 17:00 Uhr.

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