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IWF senkt Konjunkturprognose Sorge um den Aufschwung

Stand: 08.10.2015 11:54 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor einer drohenden Weltwirtschaftskrise gewarnt. "Die Abwärtsrisiken haben zugenommen", erklärte er in seinem Weltwirtschaftsausblick und führte dabei insbesondere geopolitische Risiken wie den Konflikt um die Ukraine an. Die Folgen dieser Entwicklung treffen demnach auch Deutschland. Die aktualisierte IWF-Konjunkturprognose geht noch von einem Wachstum der hiesigen Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent in diesem Jahr aus. Im Vergleich zur vorigen Schätzung im Juli sind das 0,5 Prozentpunkte weniger. Auch für 2015 erwartet der IWF nur eine Steigerung des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 1,5 Prozent.

Die neuen Schätzungen des IWF entsprechen im Trend den Konjunkturprognosen vieler Forschungsinstitute und anderer Organisationen. Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret sagte: "Die konjunkturelle Dynamik hat sich weiter abgeschwächt". Im zweiten Halbjahr zeichne sich nur eine leicht aufwärtsgerichtete Tendenz ab.

Verschiedene Zahlen verdeutlichen seit Wochen die schwächelnde Konjunkturentwicklung. Ein Beispiel sind die neuen Produktionszahlen deutscher Unternehmen. Sie brachen im August so kräftig ein wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. "Die Industriekonjunktur durchläuft gegenwärtig eine Schwächephase", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Es betonte aber, die Daten seien durch die Ferientage überzeichnet.

Deutliches Plus der Weltwirtschaft prognostiziert

Die Konjunkturprobleme wirken sich rund um den Globus sehr unterschiedlich aus. Die Weltwirtschaft wird laut IWF-Prognose in laufenden Jahr um 3,3 Prozent und 2015 um 3,8 Prozent wachsen. Das sind nur geringfügig geringere Werte als im Sommer vorhergesagt.

Mit Sorgen blickt der Währungsfonds vor allem auf die Eurozone, der eine Stagnation droht. Aktuell geht der IWF noch von einem Plus von 0,8 Prozent in diesem und von einer weiteren Steigerung um 1,3 Prozent im kommenden Jahr aus. Allerdings sieht die Lage in einigen wichtigen Ländern bereits düster aus. Frankreichs Wirtschaft kann demnach 2014 nur noch mit einem Mini-Wachstum von 0,4 Prozent rechnen. In Italien wird sogar ein leichter Rückgang des Bruttoinlandsprodukts befürchtet. Deutlich besser als im Euro-Raum sieht es in Großbritannien aus, für das der Fonds Wachstumsraten von 3,2 Prozent in diesem und 2,7 Prozent im nächsten Jahr sieht.

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