US-Präsident Trump hält eine Rede vor dem Weißen Haus | Bildquelle: dpa

US-Wirtschaft legt zu Trump feiert sich für den Boom

Stand: 27.07.2018 19:35 Uhr

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal so deutlich gewachsen wie zuletzt vor vier Jahren. US-Präsident Trump sieht es als Erfolg seiner Politik. Experten warnen, dass das Wachstum nicht lange anhält.

 Von Julia Kastein, ARD-Studio Washington

US-Präsident Donald Trump ließ es sich nicht nehmen, die jüngsten Wirtschaftsdaten persönlich vor der Kulisse des Weißen Hauses zu verkünden: Um 4,1 Prozent ist das Bruttoinlandsprodukt nach der offiziellen Schätzung des US-Handelsministeriums zwischen April und Juni gestiegen. Im Quartal davor lag das Wachstum noch bei 2,2 Prozent. Das sei eine wirtschaftliche Kehrrwende von historischen Dimensionen, so der Präsident.

Steuerreform heizt Konsum an

Ein Mann betritt ein "Urban Outfitters"-Geschäft in New York. | Bildquelle: AFP
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Die US-Verbraucher gaben deutlich mehr Geld aus.

Vor allem die Verbraucher gaben wieder deutlich mehr Geld aus, kauften Autos oder erlaubten sich andere größere Anschaffungen, weil sie durch die Steuerreform mehr vor ihrem Lohn behalten konnten. Auch die Investitionen stiegen, sowohl im privaten wie im öffentlichen Sektor.

Beim Export ging es ebenfalls rauf: Die Ausfuhr von Soja-Bohnen beispielsweise lag im Mai um 50 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Ein Effekt des Handelsstreit mit China: Viele US-Landwirte verkauften noch schnell ihre Ernte, bevor die chinesischen Gegenzölle in Kraft traten. Trump erklärte, seine Handelspolitik funktioniere.

Experten rechnen mit kurzer Dauer

Das Handelsdefizit sei um 52 Milliarden Dollar geschrumpft. Allein dadurch sei die Wirtschaftsleistung um 1,2 Prozent gestiegen. Und dieser Aufschwung werde anhalten, so Trump. Fürs gesamte Jahr rechnet der Präsident mit einem Wachstum von deutlich über drei Prozent.

Durch seine Wirtschaftspoltitik seien seit seiner Amtseinführung 3,7 Millionen neue Arbeitsplätze entstanden, vor allem im produzierenden Gewerbe. Und auch die Löhne stiegen. Wegen seiner Amerika-Zuerst-Politik würden die USA international respektiert und seien die Gewinner.

Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass das deutliche Wachstum in diesem Quartal nur ein Ausrutscher nach oben sein könnte. Auch der Internationale Währungsfonds hatte kürzlich gewarnt, dass die US- wie die globale Wirtschaft durch die Handelskonflikte mittelfristig deutlich geschwächt werden könnte.

Die USA befinden sich schon seit 2009 in einer Phase des Aufschwungs. Es ist der längste, gleichzeitig aber auch mit einem durchschnittlichen Wachstum von gut zwei Prozent der schwächste in der US-Geschichte.

Aufschwung trotz oder wegen Trumps Handelspolitik? Neue US-Wirtschaftsdaten
Julia Kastein, ARD Washington
27.07.2018 16:36 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 27. Juli 2018 um 17:15 Uhr im Deutschlandfunk.

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