Verbraucherpreise Energiepreise treiben Inflation an

Stand: 15.04.2021 10:34 Uhr

Die Inflation in Deutschland steigt zum dritten Mal in Folge. Der Grund dafür sind vor allem die anziehenden Preise für Heizöl und Benzin. Aber auch Lebensmittel werden immer teurer.

Die Inflation in Deutschland nimmt Fahrt auf. Im März zogen die Verbraucherpreise um 1,7 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat an, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Damit war die Teuerungsrate nach dem Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung Ende 2020 den dritten Monat in Folge im Plus. Gegenüber dem Vormonat stieg die Inflation um 0,5 Prozent. Im Februar hatte die Inflationsrate bei 1,3 Prozent gelegen.

Tanken wird teuer

Insbesondere die steigenden Preise für Energie wirken sich auf die Verbraucherpreise aus. Energie verteuerte sich laut Statistikamt binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 4,8 Prozent. Im Einzelnen wirken die Daten noch aufschlussreicher: Wenn man die Teuerungsraten in Bezug zum Vormonat Februar setzt, wird das Plus noch deutlicher. Vor allem Heizöl verteuerte ich verglichen mit dem März um 19,4 Prozent. Bei Benzin liegt das Plus bei 12,7 Prozent.

Hier wirke sich neben der zu Jahresbeginn eingeführten CO2-Abgabe auch der Preisrückgang vor einem Jahr aus, wie die Fachleute anmerken. Der Vergleichswert im Vorjahr sei also niedrig gewesen. Strompreise hingegen blieben relativ konstant.

Gemüse ist billiger geworden

Auch Lebensmittel haben sich insgesamt verteuert. Hier liegt das Plus gegenüber dem März des Vorjahres bei 1,6 Prozent. Mehr bezahlen mussten die Verbraucher vor allem bei Obst und Molkereiprodukten: Die Preise stiegen um jeweils 2,5 Prozent.

Verglichen mit dem Februar blieben die Nahrungsmittelpreise jedoch unverändert. Teurer wurden aber unter anderem Speisefette und Speiseöle, während Gemüse günstiger geworden ist.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Inflationsentwicklung in Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft, genau im Blick. Sie strebt für die Währungsunion mittelfristig eine Inflation von knapp zwei Prozent an. Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Inflationsrate lag im März bei 2,0 Prozent.

Sonderfaktoren treiben Inflation

Ann-Katrin Petersen, Investment-Strategin bei Allianz Global Investors, unterstreicht aber, dass es derzeit vor allem vorübergehende Sonderfaktoren seien, die auf ein spürbares Anziehen der Inflationsraten in den kommenden Monaten hinwiesen.

Die Expertin verweist auf den Wirtschaftseinbruch des Vorjahres - und die nun steigenden Rohstoffpreise, die spürbaren Nachholeffekte beim privaten Konsum und mögliche Engpässe im Dienstleistungssektor im Anschluss an eine Lockerung der Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen. Ob sich der aktuelle Trend nachhaltig manifestiert, sei ungewiss.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. April 2021 um 11:00 Uhr.

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