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Institute legen Prognosen vor Konjunkturforscher erwarten höheres Wachstum

Stand: 09.06.2011 13:05 Uhr

Angesichts des starken Wirtschaftswachstums im ersten Quartal haben mehrere Forschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen deutlich angehoben. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) erwartet für das laufende Jahr inzwischen einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,5 Prozent. Im März hatten die Forscher lediglich ein Plus von 2,3 Prozent vorausgesagt.

Auch das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) korrigierte seine früheren Schätzungen deutlich nach oben. Die IfW-Forscher gehen mittlerweile von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 3,6 Prozent aus. Im März hatten sie lediglich 2,8 Prozent erwartet. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet derzeit ebenfalls mit einem Plus von 3,6 Prozent in diesem Jahr. Die ostdeutsche Wirtschaft werde aber deutlich langsamer wachsen - und zwar um 2,8 Prozent.

Aufschwung auf breiter Basis

Der Optimismus der Forscher für die aktuelle Entwicklung speist sich aus vielen Quellen. "Es ist ein sehr breit getragener Aufschwung in Gang gekommen", sagte HWWI-Konjunkturexperte Jörg Hinze. Er werde sowohl vom Außenhandel als auch von der Binnennachfrage gestützt. Die Unternehmen investieren demnach viel und wollen die Zahl der Beschäftigten steigern. Dadurch werde die Arbeitslosenzahl im Jahresschnitt auf 2,95 Millionen sinken. In der Folge sei mit einem Anstieg der durchschnittlichen Einkommen zu rechnen, wodurch der private Konsum zunehmen werde. Auch das IfW geht davon aus, dass die Arbeitslosenzahl deutlich sinkt und die Binnenkonjunktur kräftig steigt.

Infografik: Wirtschaftswachstum
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Infografik: Wirtschaftswachstum

Aufschwung verlangsamt sich 2012

Allerdings sind sich die Forscher auch einig, dass sich der Aufschwung im kommenden Jahr verlangsamt. Das HWWI prognostiziert für 2012 ein Wachstum von 2,2 Prozent, das IfW erwartet sogar nur 1,6 Prozent. Die Kieler Forscher sehen als größten Risikofaktor für die weitere Konjunkturerholung die immer noch nicht gelöste Schuldenkrise in der Euro-Zone. Falls ein Land zahlungsunfähig werden sollte, sei mit Turbulenzen an den Finanzmärkten zu rechnen. Dies werde auch den Konjunkturverlauf in Deutschland beeinträchtigen. Auch das HWWI verweist auf die Gefahren im Zusammenhang mit der Schuldenkrise. Hinzu komme die Unsicherheit, wie sich die Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten weiter entwickelten. Negativ könnten sich auch die hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie mögliche konjunkturelle Rückschläge in den USA und wichtigen Schwellenländern auswirken.

Beide Institute kommen zu dem Schluss, dass sich das Wirtschaftswachstum auch deutlich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht. Für das kommende Jahr ist demnach mit einem Rückgang auf durchschnittlich 2,7 Millionen registrierte Arbeitslose zu rechnen. Das entspricht den derzeitigen Prognosen der Bundesregierung.

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