Maisernte, USA

US-Farmer zum Handelskonflikt "Wir wollen keine Almosen"

Stand: 25.07.2018 09:20 Uhr

Viele Bauern in den USA haben Trump gewählt. Nun leiden sie unter Vergeltungsmaßnahmen wegen der US-Einfuhrzölle im Handelsstreit mit China. Trump verspricht den Farmern finanzielle Hilfe. Doch viele wollen sie gar nicht.

US-Senatoren und Landwirte haben starke Vorbehalte gegen die von der Regierung geplanten Entschädigungen für Einbußen im internationalen Handelsstreit geäußert. Die Bauern wollten freien Handel, keine Almosen, sagte der Vorsitzende des Agrarkomitees im Oberhaus, Senator Pat Roberts. Landwirtschaftsverbände zeigten sich ähnlich kritisch.

Die Landwirte in den USA leiden derzeit besonders unter dem Handelskonflikt mit China. Nach Trumps Zöllen auf chinesische Waren reagierte die Volksrepublik mit Zöllen auf Sojabohnen und Schweinefleisch aus den USA - und trifft damit besonders Bauern im Mittleren Westen.

Landwirte könnten Zugang zu Exportmärkten verlieren

Im Senat wurde beklagt, das vom Landwirtschaftsministerium vorgesehene Hilfspaket könne nur kurzfristig helfen - langfristig drohten die Landwirte aber, den Zugang zu Exportmärkten zu verlieren. "Wenn der Zollstreit vorüber ist, wie bekommen wir diese Märkte zurück?", fragte etwa Senator Jerry Moran aus Kansas - einer Region im Mittleren Westen, die bei der Wahl 2016 mehrheitlich Donald Trump ihre Stimme gab. Trump hatte Finanzhilfen in Höhe von zwölf Milliarden Dollar angekündigt.

Vergeltungsmaßnahmen auf Trumps Strafzölle haben zu einem Preisabfall bei Sojabohnen um 18 Prozent geführt. Die Preise für Mais und Schweinefleisch sind seit dem Frühjahr um 15 Prozent eingebrochen. "Ich kann nichts dagegen sagen, dass sie (in der US-Regierung, Anm. d. Red.) versuchen, uns zu helfen. Aber wie lange soll das dauern?", fragte Mark Watne, Präsident des Bauernverbands in North Dakota, dem mehr als 45.000 Mitglieder angehören. "Werden sie uns wirklich eine Lösung beschaffen, die die Lage besser macht?"

Ein Farmer auf seinem Traktoir beim Maisanbau.
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Maisanbau in den USA. Nach den Vergeltungsmaßnahmen auf Trumps Strafzölle sind die Preise für Mais seit dem Frühjahr um 15 Prozent eingebrochen.

"Ich will kein freies Geld"

"Ein Pflaster heilt keine Erkrankung, aber sie macht sie kurzzeitig besser", sagte auch Bauer Dave Struthers, der in Iowa Mais, Sojabohnen und Heu anbaut und pro Jahr 6000 Schweine verkauft. "Ich will kein freies Geld. Ich will kein Rettungspaket. Ich will handeln. Handel ist das, was funktioniert", erklärte Landwirtin Wanda Patsche.

In Minnesota baut sie mit ihrem Mann ebenfalls Mais und Sojabohnen an und züchtet Schweine. Landwirtschaftsminister Sonny Perdue hatte angekündigt, Bauern mit kurzfristigen Hilfen im Umfang von zwölf Milliarden Dollar unter die Arme zu greifen. So sollen Einbußen durch Vergeltungszölle von Handelspartnern abgefedert werden.

Das Paket umfasst direkte Zahlungen an die Landwirte, den Kauf von überschüssigen Produkten und Hilfe bei der Suche nach neuen Exportmärkten. Laut Perdue soll das Geld einer großen Anzahl Bauern dabei helfen, die "Kosten von Marktverwerfungen" zu schultern.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Juli 2018 um 06:27 Uhr.

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