Eine Filiale der Lloyds Bank in London.

Reaktion auf Brexit-Votum 3000 Lloyds-Banker verlieren Jobs

Stand: 28.07.2016 09:53 Uhr

Das führende britische Privatkundeninstitut Lloyds kündigt als Reaktion auf das Brexit-Votum weitere Sparmaßnahmen an: 3000 Mitarbeiter der Bank verlieren ihre Jobs, 200 Filialen sollen schließen.

Die britische Großbank Lloyds verschärft nach dem Brexit-Votum ihren Sparkurs. 3000 Jobs sollen zusätzlich wegfallen, weitere 200 Filialen geschlossen werden. Bisher hatte die Bank dieses Jahr angekündigt, die Belegschaft von insgesamt 75.000 Mitarbeitern um rund 4000 zu reduzieren.

Das Immobilien-Portfolio soll zudem bis Ende 2018 um rund 30 Prozent reduziert werden. Bis Ende 2017 sollen so im schwierigen Niedrigzinsumfeld 400 Millionen Pfund (475 Millionen Euro) eingespart werden. Lloyds will mit den Maßnahmen seine Gewinn- und Dividendenpläne absichern. An der Londoner Börse fielen Lloyds-Aktien als Reaktion um über drei Prozent.

Experten fürchten eine Rezession

Das Management der Bank sprach von einer großen Unsicherheit nach dem britischen Referendum für einen EU-Austritt. Das Wirtschaftsumfeld werde schwieriger und die Nachfrage nach Krediten wahrscheinlich zurückgehen. Experten befürchten, dass Großbritannien in eine Rezession abrutschen wird.

Für die ersten sechs Monate wies Lloyds einen Vorsteuergewinn von 2,45 Milliarden Pfund (2,91 Milliarden Euro) aus, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Damit wurden die Analystenerwartungen übertroffen.

Lloyds wurde in der weltweiten Finanzkrise 2008 mit Steuergeld in Höhe von 20,5 Milliarden Pfund gerettet. Der britische Staat hat seine Beteiligung an der Bank mittlerweile aber von 43 Prozent auf unter zehn Prozent reduziert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juli 2016 um 17:24 Uhr

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