Lufthansa-Maschinen auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. | Bildquelle: REUTERS

Ankündigung der Lufthansa Ticket-Erstattungen bis September

Stand: 20.07.2020 09:06 Uhr

In der Corona-Krise konnten viele Flugtickets nicht eingelöst werden. Die Lufthansa will alle Erstattungsforderungen nun zügig abarbeiten: in "vier bis sechs Wochen", kündigte Vorstandsmitglied Hohmeister an.

Die Lufthansa will in den kommenden Wochen ihren Kunden alle Ticketpreise für pandemiebedingt ausgefallene Flüge erstatten.

"Innerhalb der nächsten zehn bis 14 Tage wollen wir die automatisierten Prozesse wieder einschalten. Dann werden große dreistellige Millionenbeträge im Monat ausgezahlt", kündigte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an. "Trotzdem wird es noch vier bis sechs Wochen dauern, um alle Erstattungen für Flüge bis Ende Juni abzuarbeiten."

Verbraucherportal drohte mit Klage

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatten viele Staaten weltweit ihre Grenzen geschlossen. Bürger wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben und nicht zu reisen - in der Folge kam der internationale Personenflugverkehr zeitweise nahezu zum Erliegen.

Allein die Lufthansa sieht sich Hohmeister zufolge mit fast sechs Millionen Umbuchungen konfrontiert. "Bislang haben wir unseren Flugplan im Zwei-Wochen-Rhythmus angepasst. Nun machen wir das für zehn Wochen auf einen Schlag. Dadurch entsteht ein neues Erstattungsvolumen von 1,2 Milliarden Euro", erklärte der Manager.

Zuvor waren die Erstattungszahlungen nur schleppend in Gang gekommen, wie auch mehrere Internet-Buchungsportale monierten. Das Fluggast-Verbraucherportal Flightright hatte angekündigt, angesichts einer Anfragenflut die Fluggesellschaften Lufthansa und Ryanair zu verklagen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte sich bei der Hauptversammlung entschuldigt und angekündigt, jeder Kunde, der seinen Ticketpreis erstattet haben möchte, erhalte sein Geld zurück.

Sparmaßnahmen trotz Staatshilfen bei Lufthansa

Die in der Corona-Krise unter Druck geratene Lufthansa erhält von der Bundesrepublik ein insgesamt neun Milliarden Euro schweres Stützprogramm: Drei Milliarden Euro fließen als Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die übrigen sechs Milliarden Euro kommen aus dem staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF). Im Zuge einer Kapitalerhöhung zeichnet der WSF Aktien, um eine Beteiligung von 20 Prozent am Grundkapital der Fluggesellschaft aufzubauen.

Wenig später hatte die Lufthansa Sparmaßnahmen angekündigt, da die Rückzahlung der Staatskredite und -einlagen samt Zinsen das Unternehmen in den kommenden Jahren erheblich belasten würden: Bis Ende 2023 sollen demnach 20 Prozent der Führungskräftestellen abgebaut werden, zudem sollen in der Verwaltung 1000 Stellen gestrichen werden. Nach der Verkleinerung des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG sollen außerdem die Vorstands- und Geschäftsführungsgremien der Töchter schrumpfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juli 2020 um 00:00 Uhr.

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