Lufthansa-Maschine des Typs Airbus A319 fliegt  | Bildquelle: picture alliance/dpa

Sparzwang in Corona-Krise Lufthansa streicht weitere Stellen

Stand: 21.09.2020 17:35 Uhr

Corona zwingt die Lufthansa zu weiteren Sparmaßnahmen: Die Flotte wird weiter ausgedünnt, außerdem werden weitere Stellen abgebaut. Trotz Staatshilfen steckt die Airline weiter tief in der Krise.

Corona hat auch die Luftfahrtbranche weiter fest im Griff. Vor dem Hintergrund fortgesetzter Reisebeschränkungen ergreift die Lufthansa weitere Sparmaßnahmen, wie der Konzern mitteilte. Anstatt 100 Flugzeuge auszumustern, wie bislang geplant, wird die Flotte um insgesamt 150 Maschinen verkleinert. Die Fluggesellschaft will vor allem ihre Großraumflugzeuge vom Typ A380 loswerden. Sie werden stillgelegt, sofern sie nicht an Airbus zurückgegeben werden können. Auch Flugzeuge vom Typ A340-600 werden dauerhaft am Boden bleiben.

Außerdem werde die Zahl der wegfallenden Vollzeitstellen die bislang angekündigten 22.000 übersteigen. Wie viele Jobs genau gestrichen werden sollen, ließ die Lufthansa bislang offen. Mit den Gewerkschaften sollen Krisenpläne erarbeitet werden, die die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen begrenzen. Seit Beginn der Krise haben bereits etwa 10.000 Mitarbeiter weltweit die Lufthansa verlassen - vor allem im Ausland.

Nur Frachtflüge bringen noch Geld

Seit Ausbruch der Pandemie haben Fluggesellschaften weltweit massive Probleme. Zwischenzeitlich kam der Luftverkehr fast vollständig zum Erliegen; Interkontintentalflüge sind bis heute auf ein Mindestmaß begrenzt. Einreisebeschränkungen verschärfen die Lage zusätzlich, so dass das Unternehmen nur noch mit einem Flugangebot zwischen 20 und 30 Prozent des Vorkrisen-Niveaus kalkuliert. Dabei habe es in den Sommermonaten eine vage Hoffnung auf Erholung gegeben, so der Vorstand. Doch inzwischen gingen die Buchungszahlen wieder zurück. Lediglich Frachtflüge spülen noch Geld in die Kassen der Airlines.

Die Lufthansa und ihre Konzern-Marken hatten massive Staatshilfen in Höhe von insgesamt neun Milliarden Euro erhalten, um einen Kollaps abzuwenden. Ungeachtet dessen büßt das Unternehmen derzeit monatlich 500 Millionen Euro an Liquidität ein. Ziel ist es laut Konzern, diese Zahl bis zum Winter auf 400 Millionen Euro zu drücken. Dies wolle man vor allem erreichen, in dem angemietete Büroflächen aufgegeben werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. September 2020 um 17:00 Uhr.

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