Ein Flugzeug der Lufthansa startet als erster Flug des Tages am Flughafen Berlin-Tegel Richtung Frankfurt. | Bildquelle: dpa

Lufthansa Einigung mit Piloten auf Sparpaket

Stand: 19.08.2020 15:21 Uhr

Die Lufthansa ringt weiter mit den Gewerkschaften um Corona-Sparbeiträge. Mit den Piloten soll nun eine kurzfristige Vereinbarung mehr Luft verschaffen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es vorerst nicht geben.

Die Lufthansa hat sich mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auf einen Krisenplan und ein erstes Sparpaket in der Corona-Krise geeinigt. Zur Vereinbarung gehöre unter anderem eine Reduktion von Personalkosten bis zum Ende des Jahres.

Betriebsbedingte Kündigungen seien damit aber frühestens ab dem zweiten Quartal des kommenden Jahres möglich, teilte das Unternehmen mit. "Die deutliche Überkapazität bei den Piloten wird jedoch erheblich länger als bis März 2021 bestehen", erklärte die Lufthansa. Kündigungen könnten deshalb nur durch Abschluss einer langfristigen Krisenvereinbarung begrenzt werden.

Lufthansa reduziert seine Aufstockungen beim Kurzarbeitergeld und Zuschüsse zu den Betriebsrenten. Auch wird eine bereits vereinbarte Tariferhöhung auf das kommende Jahr verschoben.

Personalüberhang von 22.000 Stellen

Mit dem Abschluss verschaffen sich die Tarifparteien Luft für weitere Verhandlungen zur langfristigen Bewältigung der Corona-Krise. In den vergangenen Wochen waren Gespräche zur Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen ohne Ergebnis geblieben. Innerhalb der VC hatte es Konflikte zwischen der Tarifkommission, dem Vorstand und Piloten anderer Lufthansa-Konzerngesellschaften gegeben, die erst mit Hilfe einer Mediation beigelegt worden waren.

Die Lufthansa musste mit einem milliardenschweren staatlichen Rettungspaket einschließlich Staatsbeteiligung vor der Pleite durch die Corona-Krise gerettet werden. Um die Kosten angesichts des massiven Geschäftseinbruchs zu senken, will das Unternehmen die Personalkosten drücken. Die Fluggesellschaft mit weltweit rund 138.000 Beschäftigten hat nach dem Corona-Einbruch ihren weltweiten Personalüberhang auf rund 22.000 Vollzeitstellen beziffert, von denen rund 11.000 auf Deutschland entfallen. Der Konzern rechnet mittelfristig mit einer um 100 Jets verkleinerten Flotte.

Einen Krisenpakt gibt es bereits mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Die Verhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für das Bodenpersonal in Deutschland brach die Lufthansa vergangene Woche ab.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. August 2020 um 15:22 Uhr.

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