Flieger der Lufhansa am Flughafen in Düsseldorf. Bald könnten die Maschinen wieder am Boden bleiben.

Laut Informationen des HR UFO will wieder mit Lufthansa verhandeln

Stand: 02.08.2019 15:01 Uhr

Nach der Klärung von Formfehlern rund um den UFO-Vorstand möchte die Flugbegleiter-Gewerkschaft wieder mit der Lufthansa verhandeln. Das lehnt das Flugunternehmen allerdings ab.

Von Marcus Pfeiffer, HR

Der ins Trudeln geratene Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO könnte schon ab kommender Woche neuen Aufwind bekommen. Nach Informationen des HR konnte UFO einen Formfehler aufklären, der Ende Juli zum vorsorglichen Stopp einer Urabstimmung über Streiks bei der Lufthansa-Tochter Eurowings führte.

Bereits im März hatte UFO die Tarifverträge einseitig gekündigt, was Lufthansa wegen Zweifeln an der Vertretungsbefugnis des UFO-Vorstands nicht anerkannte. Hinzu kamen interne Grabenkämpfe und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die zum Rücktritt mehrerer Vorstände führten.

Urabstimmung über Streiks war gestoppt worden

Weil das Amtsgericht Darmstadt die Nachwahl des Vorstands wegen möglicher Formfehler bei der Anhörung von Beiratsmitgliedern für "schwebend ungültig" erklärte, stoppte UFO die bereits laufende Urabstimmung über Streiks bei der Lufthansa-Tochter Eurowings vorsorglich.

In einem neuen, noch vorbehaltlichen Beschluss, der dem HR vorliegt, stellt das Gericht jetzt aber klar: "Die Wahl des Vorstands ist wirksam." Darin sieht der neue UFO-Vorstand die Legitimation, jetzt endlich mit Lufthansa ins Gespräch zu kommen und ab nächster Woche konstruktiv an einem neuen Tarifabschluss für alle Konzern-Airlines zu arbeiten.

"Die schlechten Quartalszahlen dieser Woche dürften Zeichen genug sein, dass wir gemeinsam an den Herausforderungen arbeiten müssen, statt über Gerichte Zeit zu schinden", sagt Daniel Flohr, stellvertretender Vorsitzender der Flugbegleiter-Gewerkschaft. "Unsere Friedensangebote an alle Konzernairlines sind sehr ernst gemeint, wir wollen arbeiten und nicht streiten, denn das hilft niemandem."

Lufthansa sieht keine Ausgangsbasis

Die Lufthansa sieht im Gerichtsbeschluss keine Ausgangsbasis für weitere Gespräche. "Es ist immer noch fraglich, ob der UFO-Vorstand handlungsfähig ist und ob die Kündigung der Tarifverträge wirksam war", so eine Sprecherin. Sie verweist auf offene Fristen und einem Arbeitsgerichtstermin am 25. September, bei dem die Rechtmäßigkeit der Tarifkündigung final geklärt werden soll. Zwingende Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Tarifgesprächen sei, so die Lufthansa-Sprecherin, die Neuaufstellung des UFO-Vorstands und eine ordnungsgemäße Einbindung des Beirats.

Drohen damit kurzfristig Streiks bei Lufthansa oder einer ihrer Töchter? Das hält ARD-Luftfahrtexperte Michael Immel für unwahrscheinlich. "Die Flugbegleiter müssen jetzt regulär einen neuen Vorstand wählen und die Urabstimmung wieder in Gang setzen. Ich rechne nicht damit, dass es in den nächsten Wochen zum Streik kommt. Zum Jahresende könnte sich der Tarifkonflikt aber wieder zuspitzen."

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