Nach Zusammenbruch von Baumarkt Praktiker Auch Max Bahr muss in die Insolvenz

Stand: 26.07.2013 17:44 Uhr

Nach dem Zusammenbruch des Baumarktkonzerns Praktiker muss nun auch die als profitabler geltende Tochter Max Bahr mit bundesweit 132 Standorten Insolvenz anmelden. Die Geschäftsführer der betroffenen Gesellschaften würden beim Amtsgericht Hamburg die Eröffnung von Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beantragen, teilte das Unternehmen mit.

Hintergrund sei, dass ein Warenkreditversicherer Lieferanten von Max Bahr nicht mehr unterstützt habe. Dadurch sei die Versorgung der Baumärkte nicht mehr gesichert.

3700 Mitarbeiter betroffen

Ein Max-Bahr-Markt in Hamburg.
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Insolvenzantrag: Max Bahr ist zahlungsunfähig.

Max Bahr galt bisher als Hoffnungsträger des Mutterkonzerns Praktiker. Zahlreiche dieser Märkte waren in die etablierte gelbe Marke umbenannt worden, damit das Unternehmen vom Discounter-Image wegkommt. Zuletzt hatten die 132 Max-Bahr-Standorte rund 3700 Mitarbeiter. Es solle nun ein Insolvenzplanverfahren bei Max Bahr durchgeführt werden, hieß es in der Mitteilung - es hat in der Regel die Sanierung des Unternehmens zum Ziel.

Mit dem Billig-Image ("20 Prozent auf alles - außer Tiernahrung") hatte Praktiker keinen Erfolg gehabt und hohe Verluste angehäuft. Der Konzern hatte vor zwei Wochen Insolvenz beantragt. Betroffen sind 169 Märkte mit mehreren tausend Angestellten. Nicht betroffen von den Insolvenzverfahren ist dagegen das internationale Geschäft.

Konkurrenten zeigen Interesse

Das Ziel des vorläufigen Insolvenzverwalters der börsennotierten Holding Praktiker AG ist es, die Baumarktketten möglichst als Ganzes zu verkaufen. Mehrere Konkurrenten wie Obi, Hornbach und Hagebau hatten ihr Interesse bereits öffentlich signalisiert, allerdings nur für einzelne Filialen und nicht für ein Gesamtpaket. Einige Gläubiger des Unternehmens hatten sich hingegen für eine Fortführung ohne Verkauf ausgesprochen.

Ver.di warnt vor Zerschlagung

Derweil sorgt sich die Gewerkschaft ver.di um die Arbeitsplätze bei Max Bahr. "Eine Zerschlagung des Konzerns muss unbedingt verhindert werden", sagte Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. "Auch Warenkreditversicherer, Banken, Lieferanten und Vermieter müssen Verantwortung für die Arbeitsplätze und Existenzen der rund 15. 000 Beschäftigten bei Max Bahr und Praktiker übernehmen", forderte sie. Es sei skandalös, dass ein einzelner Warenkreditversicherer aus kurzfristigem Profitinteresse die Fortführung des Unternehmens gefährde.

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