Einkaufswagen von Max Bahr

Übernahme durch Hellweg-Gruppe geplatzt Max Bahr wird zerschlagen

Stand: 15.11.2013 16:57 Uhr

Die Übernahme der insolventen Baumarktkette Max Bahr mit 3600 Beschäftigten ist gescheitert. Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder teilte mit, es habe keine Einigung zwischen der Dortmunder Hellweg-Gruppe und dem Vermieter Moor Park MB gegeben.

Ein Sprecher der Max-Bahr-Muttergesellschaft Praktiker sagte, Moor Park MB habe der Neuvermietung an Hellweg nicht zugestimmt. Die Immobiliengesellschaft Moor Park forderte demnach von Hellweg eine Konzerngarantie für die Standorte, die das Unternehmen aber nicht habe geben wollen. Das wollte Hellweg als mittelständisches Familienunternehmen nicht riskieren.

Hauptvermieter ebenfalls insolvent

Moor Park MB vermietet 66 der 73 Standorte, die das Konsortium um Hellweg übernehmen wollte. Hinter dem ebenfalls insolventen Vermieter steht als Hauptgläubiger die Royal Bank of Scotland (RBS).

Die Gläubiger des einstigen Aushängeschilds des Praktiker-Konzerns hatten Hellweg bis Freitag Zeit gegeben, sich mit der RBS zu einigen. Praktiker hatte im Juli bereits Insolvenz angemeldet und Max Bahr mit in die Pleite geführt.

Der Insolvenzverwalter will die insgesamt 73 Baumärkte von Max Bahr nun einzeln verkaufen. Dazu lägen bereits konkrete Interessenbekundungen von namhaften Unternehmen aus der deutschen Baumarktbranche für zahlreiche Standorte vor. Wie es für die betroffenen Mitarbeiter weitergeht, ist ungewiss. Sie müssen um ihre Arbeitsplätze fürchten.

Die Beschäftigten reagierten schockiert angesichts der gescheiterten Übernahme: "Die letzte Hoffnung ist geplatzt", sagte Max-Bahr-Gesamtbetriebsratschef Ulrich Kruse der Nachrichtenagentur Reuters. "Alle haben darauf gesetzt, dass RBS uns noch eine Chance gibt."

Eingang eines Max-Bahr-Baumarktes
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Die Verhandlungen über die Übernahme von 73 Max-Bahr-Märkten sind geplatzt.

Ausverkauf bei Praktiker und Max Bahr

Der Baumarkt-Konzern Praktiker mit etwa 15.000 Beschäftigten hatte am 11. Juli Insolvenz angemeldet. Zunächst waren nur die Baumärkte der Marken Praktiker und Extra Bau+Hobby betroffen. Kurz danach beantragte der Konzern auch für die Märkte der Marke Max Bahr ein Insolvenzverfahren. Rund 130 Filialen unter der Marke Praktiker werden derzeit leerverkauft und womöglich zum Großteil geschlossen. Für einzelne dieser Märkte liegen bereits Angebote vor.

Daneben gibt es 54 ehemalige Praktiker-Märkte, die auf die Marke Max Bahr umgestellt wurden. Auch deren Zukunft ist noch ungewiss. Neben Hellweg hatte in den vergangenen Wochen auch die Baumarktkette Hornbach Interesse an einzelnen Filialen angemeldet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. November 2013 um 15:00 Uhr.

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