Gebäudereinigerin | Bildquelle: picture alliance / dpa

Arbeitsmarkt Wenn ein Job nicht reicht

Stand: 21.01.2020 04:27 Uhr

Für mehr als drei Millionen Menschen reicht ein Job nicht, um über die Runden zu kommen: Die Zahl der Multijobber steigt. Die Linke sieht sich bestätigt und fordert einen höheren Mindestlohn.

Die Zahl der Menschen mit Nebenjob in Deutschland steigt weiter. Ende Juni 2019 waren rund 3.538.000 Mehrfachbeschäftigte registriert. Das geht aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linkspartei im Bundestag hervor, über die die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtete.

Das waren im Vergleich zu Juni 2018 rund 123.600 Menschen mehr - ein Anstieg von 3,62 Prozent. Im Jahr 2004 hatte es nur 1,86 Millionen Mehrfachbeschäftigte gegeben. 

Fast drei Millionen Menschen hatten den Angaben zufolge neben einem regulären Job noch eine geringfügige Beschäftigung. Mehr als 345.400 Menschen gingen zwei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen nach. Dritthäufigste Variante war die Kombination von zwei oder mehr sogenannten Minijobs. Dies galt für knapp 260.700 Fälle.

Linke fordert höheren Mindestlohn

Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung sind für 53 Prozent der Befragten finanzielle Schwierigkeiten oder Nöte ausschlaggebend für eine Nebentätigkeit, wie die Zeitung weiter berichtete. "Für immer mehr Beschäftigte reicht das Einkommen aus einem Job nicht mehr aus", sagte die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann.

Sie forderte eine Erhöhung des Mindestlohns "in einem ersten Schritt auf zwölf Euro die Stunde", um dem Trend zu begegnen. Derzeit beträgt der Mindestlohn 9,35 Euro pro Stunde. Zimmermann mahnte in der Zeitung außerdem die Abschaffung der systematischen Niedriglohnbeschäftigung in Form von Leiharbeit und von sachgrundlosen Befristungen an.

Deutschland: Immer mehr Mehrfachbeschäftigte
Uli Hauck, ARD Berlin
21.01.2020 07:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Januar 2020 um 06:00 Uhr.

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