Sendemast für Mobilfunk | Bildquelle: dpa

Netzabdeckung Mobilfunker nutzen gemeinsam Standorte

Stand: 19.01.2021 12:40 Uhr

Damit Handynutzer auf dem Land keine Funklöcher mehr haben, wollen Deutschlands Mobilfunkbetreiber bei der Netzabdeckung kooperieren. Das Bundeskartellamt hat nun keine Einwände mehr.

Die Mobilfunkbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland (O2) wollen mit Vereinbarungen über gegenseitigen 4G-Netzzugang die "grauen Flecken" beseitigen. Dabei geht es um ländliche Gebiete, in denen derzeit nur eins der drei deutschen Mobilfunknetze zu empfangen ist und die Kunden mit Handyvertrag für die anderen zwei Netze im Funkloch stecken.

Die Kooperationsvereinbarungen umfassen insgesamt 2400 Standorte, an denen die Sendetechnik und die Antennen gemeinsam genutzt werden. Die Standorte liegen in dünn besiedelten Gegenden Deutschlands. Der Ausbau des eigenen Netzes ist in solchen Gebieten oftmals unwirtschaftlich. Durch die gemeinsame Nutzung der Standorte sind die Kosten für die Netzbetreiber niedriger als bei einem Alleingang.

Kartellamt: Telefónica muss mit ins Boot

Die Telekom und Vodafone hatten eine solche Vereinbarung zum Ärger von Telefónica bereits im vergangenen Jahr getroffen. Das Kartellamt hatte durch den Ausschluss von Telefónica aber negative Konsequenzen für den Konzern befürchtet und war eingeschritten: "Eine Kooperation von Deutscher Telekom und Vodafone ohne Beteiligung von Telefónica wäre aus unserer Sicht wettbewerblich problematisch", begründete Kartellamtspräsident Andreas Mundt die Einflussnahme seiner Behörde und der Bundesnetzagentur.

Das Kartellamt will die nun folgenden Verträge aber im Blick haben, damit der Wettbewerb nicht abgebremst und sich dies zu Lasten des Verbrauchers entwickelt.

Telefónica profitiert von Kooperation

Telefónica Deutschland hinkt bisher bei der Netzabdeckung hinter der Konkurrenz hinterher. Für das Unternehmen eröffnen sich durch die Kooperation bei 4G ganz neue Möglichkeiten. Der Deutschland-Chef des Unternehmens, Markus Haas, sprach sogar von einem "Game Changer". Entsprechend zuversichtlich schaut die Tochter des hochverschuldeten spanischen Telekomkonzerns in die Zukunft und will nun jedes Jahr um mindestens 1,5 Prozent wachsen.

Auch bei der neuen 5G-Mobilfunktechnik muss das Unternehmen aufholen und gab bekannt, bis Jahresende mehr als 30 Prozent der Haushalte mit 5G erreichen zu wollen. 2025 soll es dann ein flächendeckendes 5G-Netz geben. Bei der Deutschen Telekom können inzwischen 55 Millionen Menschen in Deutschland 5G nutzen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Januar 2021 um 13:38 Uhr.

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