Stromnetz mit Masten

Netzentwicklungsplan vorgestellt Vier Stromautobahnen für eine Energiewende

Stand: 18.01.2016 11:58 Uhr

Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber haben weitere Details zum Ausbau des deutschen Stromnetzes vorgestellt. Der heute präsentierte Netzentwicklungsplan soll im deutschen Stromnetz in den kommenden zehn Jahren die Voraussetzungen für die geplante Energiewende schaffen. Er war bereits gestern der Bundesregierung übergeben worden.

Laut dem Plan sollen in zehn Jahren insgesamt 3800 Kilometer neue Stromtrassen gebaut werden. Auf weiteren 4000 Kilometern sollen bestehende Netze ausgebaut werden. Die Gesamtkosten für die Betreiber belaufen sich nach ihrer Einschätzung über zehn Jahre verteilt auf rund 20 Milliarden Euro. Für den Verbraucher könnte das Projekt steigende Strompreise bedeuten.

Betreiber: Tempo des Netzausbaus entscheidend für Energiewende

Der Netzausbau sei entscheidend für das Gelingen der Energiewende, erklärten die Betreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW. Der Atomausstieg und die Umstellung auf erneuerbare Energien bis zum Jahr 2022 stellten große Anforderungen an die Strominfrastruktur und erforderten eine Weiterentwicklung der Netze. Das Tempo des Netzausbaus bestimme das Tempo der Energiewende. Wenn die Umstellung hinter der Ausbaugeschwindigkeit  der erneuerbaren Erzeugungsanlagen zurückbleibe, seien die Ziele der Energiewende und die Versorgungssicherheit gefährdet.

Die vier großen, quer durch Deutschland führenden Stromautobahnen sollen laut groben Planungen wie folgt verlaufen: erstens von Emden (Niedersachsen) nach Osterath in Nordrhein-Westfalen und von dort nach Philippsburg in Baden-Württemberg. Zudem ist zweitens eine Trasse von Wehrendorf (Niedersachsen) nach Urberach (Hessen) geplant. Des weiteren sollen drittens Trassen von Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) nach Großgartach (Baden-Württemberg) gebaut werden sowie von Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein) nach Grafenrheinfeld (Bayern) und viertens von Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) nach Meitingen (Bayern).

Konkrete Streckenverläufe weist der Plan aber nicht aus. Bis zum 10. Juli können die Bürger unter www.netzentwicklungsplan.de Stellungnahmen abgeben.

Ziel ist eine stabile Verbindung von Norden nach Süden

Ziel sei es, eine stabile Verbindung zwischen den Windkraftanlagen in Norddeutschland und Verbrauchszentren in Süddeutschland zu etablieren, sagte der Geschäftsführer des Netzbetreibers Tennet, Martin Fuchs. Nach Angaben des Geschäftsführers von TransnetBW, Rainer Joswig, soll größtmögliche Transparenz geschaffen werden. Dennoch sei mit Klagen von Bürgerinitiativen gegen überirdische Stromleitungen zu rechnen.

Die vier Stromautobahn-Betreiber Tennet, Amprion, 50Hertz und TransnetBW speisen den Großteil des Stroms ein und verteilen ihn bundesweit über lange Distanzen. Hinzu kommen bundesweit 869 Verteilnetzbetreiber, darunter viele Stadtwerke, die den Strom vor Ort zum Verbraucher bringen.

Darstellung: