Fußballstar Neymar auf dem Spielfeld im Stade Raymond-Kopa, ist ein Fußballstadion im französischen Angers. | Bildquelle: REUTERS

Europäisches Gericht Neymar gewinnt Streit um seinen Namen

Stand: 14.05.2019 16:54 Uhr

Die Frage, wie bekannt Fußballer Neymar im Jahr 2013 in Europa war, beschäftigte das Gericht der Europäischen Union. Ein Portugiese hatte Markenrechte an dem Namen des Stars angemeldet. Er gab an, ihn nicht gekannt zu haben.

Im Jahr 2013 war er ein junger Fußballer, heute ist er ein millionenschwerer Sportstar bei Paris Saint-Germain: Neymar da Silva Santos Junior. Ein Portugiese gab an, dass er den Fußballer im Jahr 2013 noch nicht gekannt habe. Deshalb war er sich angeblich keiner Schuld bewusst, als er sich damals die Markenrechte am Namen "Neymar" sicherte. Das EU-Gericht in Luxemburg hat nun entschieden, dass der Fußballer die Rechte an seinem Namen künftig wohl halten darf.

Doch wie kam es zum jahrelangen Rechtsstreit des Fußball-Millionärs mit dem Portugiesen? Der Mann aus Portugal hatte sich 2012 Markenrechte für "Neymar" in der EU für Kleidung, Schuhe und Kopfbedeckungen gesichert. 2013 wurde die Marke eingetragen.

Neymar beantragte Nichtigerklärung der Marke

Klangliche Gründe sollen Anlass für die Namensfindung gewesen sein. 2016 beantragte Neymar erfolgreich die Nichtigerklärung der Marke. Dagegen klagte dann der Portugiese vor dem Europäischen Gericht in Luxemburg. Das Argument des Mannes: Er habe nicht gewusst, dass Neymar zu diesem Zeitpunkt ein aufstrebender Fußballspieler war. In Europa - so der Portugiese - sei der Sportler nicht bekannt gewesen.

Aufstrebendes Fußballtalent in Europa

Doch Neymar spielte zu dieser Zeit bereits für die brasilianische Nationalmannschaft - auch in Europa. Europäische Fußballvereine hatten den jungen Spieler schon auf dem Schirm. So wechselte er 2013 vom brasilianischen FC Santos zum FC Barcelona. Mit dem spanischen Verein gewann er 2015 die Champions League. 2014 trat er mit der brasilianischen Nationalmannschaft in der Weltmeisterschaft im eigenen Land an und wurde vierter.

Zudem sahen es die Richter als erwiesen an, dass sich der Portugiese sehr wohl in der Fußballwelt ausgekannt haben musste: Denn er habe am selben Tag im Jahr 2013 auch die Marke "Iker Casillas" eintragen lassen. Casillas ist der spanische Weltmeistertorhüter aus dem Jahr 2010. Der Mann räumte daraufhin ein, dass er nicht ganz unwissend war.

Die Luxemburger Richter kamen zu dem Schluss, dass der Mann die Bekanntheit Neymars ausnutzen wollte. Sie bezeichneten den Portugiesen als "Trittbrettfahrer". Der Kläger habe dieser Beurteilung kein überzeugendes Argument entgegengehalten.

Neymar aus Brasilien liegt nach einem Foulspiel von Layun bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland im Jahr 2018 verletzt am Boden. | Bildquelle: dpa
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Während der Fußballweltmeisterschaft in Russland im Jahr 2018 spielte Neymar in der brasilianischen Nationalmannschaft. Der Fußballstar wälzte sich während der Spiele auffällig oft am Boden, was für viel Hohn und Spott sorgte.

Teuerster Fußballtransfer der Geschichte

Neymars Name ist mit dem teuersten Fußballtransfer der Geschichte verbunden. 2017 wechselte er für rund 222 Millionen Euro vom FC Barcelona nach Paris. Sein Jahreseinkommen wir auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Gegen das Urteil kann innerhalb von gut zwei Monaten beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorgegangen werden. Der EuGH ist eine höherrangige Instanz als das EU-Gericht.

Az. T-795/17

EuGH: Marke Neymar
Julian Köster-Eiserfunke, SWR
14.05.2019 17:24 Uhr

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