Nissan Gallery im japanischen Yokohama | Bildquelle: AP

Krise beim Autobauer Nissan streicht 12.500 Stellen

Stand: 25.07.2019 10:55 Uhr

Nissan zieht Konsequenzen aus den desaströsen Geschäftszahlen und kündigt an, bis 2020 weltweit mehrere Tausend Stellen abzubauen. Auch der Fall des angeklagten Ex-Verwaltungsratschefs Ghosn belastet den Konzern.

Der in der Krise steckende japanische Autohersteller Nissan hat angekündigt, bis 2020 rund 12.500 Stellen zu streichen. Vorausgegangen war ein starker Gewinneinbruch im ersten Geschäftsquartal. Der zweitgrößte japanische Autobauer machte fast gar keinen Gewinn mehr. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn um 94,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Umsatz verringerte sich im Berichtsquartal zudem um 12,7 Prozent. Dennoch hielt Nissan an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Der Konzern geht weiter von einem Nettogewinn von 170 Milliarden Yen aus.

Um die Kosten zu senken, werde die Produktionskapazität um zehn Prozent verringert, teilte Nissan mit. Betroffen seien insgesamt 14 Werke. Ziel sei es, die Auslastung der Fabriken von 69 Prozent im vergangenen Jahr bis 2022 auf 86 Prozent zu steigern. Mit die größten Probleme hat Nissan im Nordamerika-Geschäft, wo er sich eine Rabattschlacht mit anderen Herstellern liefert.

Carlos Ghosn, ehemaliger Nissan-Chef in Tokio | Bildquelle: dpa
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Carlos Ghosn, ehemaliger Nissan-Verwaltungsratschef, steht in Japan unter Anklage

Anklage gegen Ex-Verwaltungsratschef

Neben den schlechten Geschäftszahlen setzt auch der Skandal um den Ex-Verwaltungsratschef und ehemaligen Chef des langjährigen französischen Partners Renault, Carlos Ghosn, dem Konzern zu. Dieser steht in Japan wegen Finanzbetrugs unter Anklage. Ihm wird ein Verstoß gegen Börsenauflagen vorgeworfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Juli 2019 um 10:00 Uhr.

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