Mark Carney | Bildquelle: AFP

Großbritannien Notenbankchef warnt vor hartem Brexit

Stand: 03.08.2018 12:12 Uhr

Die Befürchtungen wachsen, dass vor dem Ausstieg Großbritanniens aus der EU kein Abkommen geschlossen wird. Auch der britische Notenbankchef warnt nun: Die Wahrscheinlichkeit sei "unangenehm hoch".

Die britische Notenbank hat sich besorgt über die Aussicht auf einen ungeregelten Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union gezeigt. Zentralbank-Präsident Mark Carney sagte dem Sender "BBC Radio 4", seiner Einschätzung nach sei die Wahrscheinlichkeit eines sogenannten harten Brexits derzeit "unangenehm hoch". Allerdings schränkte er ein, dass ein ungeregelter Ausstieg immer noch "relativ unwahrscheinlich" sei.

Carney rief die Verhandlungsparteien eindringlich auf, zu einer Einigung zu kommen. Beide Seiten sollten alles unternehmen, um einen harten Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU zu vermeiden. Eine solche Situation sei "in hohem Grade unerwünscht". Sollte es dennoch zum harten Bruch mit der EU kommen, sei das Finanzsystem auf die dann folgenden "sehr schwierigen Umstände" aber vorbereitet. Die britische Regierung habe getan, was nötig sei, um die Geldhäuser vorzubereiten.

Vorbereitung auch auf ungeregelten Austritt

Zuletzt hatte der britische Außenminister Jeremy Hunt auf die wachsende Gefahr eines harten Brexits hingewiesen. "Wir steuern auf einen Austritt ohne Abkommen zu", hatte er am Mittwoch nach einem Treffen mit der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl in Wien gesagt. Die Brexit-Verhandlungen sollen nach dem bisherigen Zeitplan im Oktober abgeschlossen werden.

Großbritannien tritt voraussichtlich Ende März 2019 aus der Europäischen Union aus. Nach wie vor ist unklar, wie die wirtschaftlichen Beziehungen zur EU künftig gestaltet werden. Die bisherigen Vorschläge der Regierung in London für einen Austrittsvertrag stoßen bei der EU-Kommission auf Widerstand. Beide Seiten bereiten sich daher auch auf einen ungeregelten Austritt Großbritanniens vor.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. August 2018 um 10:45 Uhr.

Darstellung: