US-Konzern gerät unter Druck Merkel, Magna und Sberbank nehmen GM ins Visier

Stand: 10.11.2009 13:14 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel
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Kanzlerin Merkel - hier bei einem Besuch im Opel-Werk Rüsselsheim - kritisierte GM in ihrer Regierungserklärung deutlich

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den US-Autokonzern General Motors (GM) für seinen Umgang mit Opel scharf angegriffen. GM sei über Monate hinweg nicht in der Lage gewesen, seiner Verantwortung für Opel "auch nur annähernd gerecht zu werden", sagte Merkel in ihrer Regierungserklärung vor dem Bundestag. Die Arbeitnehmer hätten sich zu erheblichen Opfern bereiterklärt. "Sie haben im Gegenzug Verlässlichkeit erwartet, und sie wurden tief enttäuscht. Ich bedauere die Entscheidung von General Motors außerordentlich", sagte die CDU-Politikerin, die sich in ihrer Regierungserklärung erstmals zum geplatzten Verkauf von Opel an den Zulieferer Magna äußerte.

Die Kanzlerin verlangte von GM eine "konkrete Lösung, die Arbeitsplätze, Know-how und Standorte sichert". Die Bundesregierung erwarte "schnell ein verlässliches Konzept", das den deutschen Standorten "die Chance gibt auf eine gute Zukunft". Gelingen könne diese Lösung nur, wenn GM den Hauptanteil der Restrukturierung mit eigenen Mitteln trage. Zugleich sicherte Merkel zu: "Was der Bundesregierung und den Landesregierungen der vier Opel-Standorte möglich ist, das werden wir tun, darauf können sich alle verlassen."

Magna und Sberbank wollen Geld von GM

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Aus Opel-Magna wird nichts - nun fordert Magna Geld von der Opel-Mutter GM.

Der gescheiterte Opel-Bieter Magna fordert von GM bereits investiertes Geld zurück. Magna-Vizechef Siegfried Wolf sagte dem ORF-Inforadio Ö1: "Es war in der Tat eine große Summe, weil ja auch ein komplexes Thema zu lösen war." Es gehe um rund 100 Millionen Euro, berichtete der ORF. Als Hintergrund der Forderung wird genannt, dass Magna für GM ein Opel-Rettungskonzept erarbeitet habe. "Es werden ja sehr viele Aufgaben weiter verwertet, da General Motors auf unserem Business-Plan aufbauen will", betonte der Vorstand des österreichisch-kanadischen Autozulieferers.

Auch der Magna-Partner Sberbank fordert Geld von GM. "Wir verhandeln mit GM und hoffen, dass der Streit außergerichtlich beigelegt wird", sagte Sberbank-Chef German Gref. "Im Notfall werden wir unsere Position im Gericht verteidigen", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Interfax. Der GM-Konzern habe die Änderung seiner Position nicht plausibel erläutern können. Zum Inhalt der Forderungen an GM machte der Chef des russischen Geldinstituts keine Angaben.

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