Filippo Sorcinelli (Archiv 2016) | Bildquelle: Jana Ortel / dw

Schneider des Papstes Lifestyle zum Lob Gottes

Stand: 25.12.2020 14:38 Uhr

Filippo Sorcinelli kreiert Parfums für die ganze Welt, spielt Orgel und schneiderte Gewänder für die Päpste Franziskus und Benedikt XVI. Sein Unternehmen sieht er als eine Lifestyle-Marke mit Spiritualiät.

Von Elisabeth Pongratz, ARD-Studio Rom 

"Eines Tages erhielt ich einen Anruf vom liturgischen Büro des Papstes", erzählt Filippo Sorcinelli, "und die wollten ein Treffen, um ein Messgewand für Benedikt XVI. zu bestellen". Sorcinelli steht in seinem kleinen Schneideratelier. In der Hand hält er ein Messgewand, kontrolliert die goldene Stickerei. Hier hat er mit der Herstellung liturgischer Gewänder begonnen. Mit einem gewissen Stolz zeigt er auf die Original-Kasel, die Papst Benedikt XVI. getragen hatte. Inzwischen hat der Italiener noch eine weitere, viel größere Werkstatt. Auch Papst Franziskus belieferte er bereits.

"Wir haben das Messgewand für seine erste Messe als Papst angefertigt", sagt Sorcinelli. "Es war eine sehr interessante Arbeit, sehr schön, die auch recht schnell gemacht werden musste. Wir haben nicht erwartet, dass er denselben Stil seines Vorgängers beibehalten würde, aber dann haben wir doch in Kontinuität mit diesem sehr schöne Dinge gefertigt."

Papst Franziskus bei seiner Amtseinführung | Bildquelle: picture alliance / dpa
galerie

Papst Franziskus trug bei seiner Amtseinführung ein Gewand, das Filippo Sorcinelli für ihn entworfen hatte.

Von klein auf vertraut mit der Welt der Liturgie

Die Welt der Liturgie ist ihm von klein auf vertraut. In seinem Heimatort Mondolfo in den Marken begleitete er als Fünfjähriger immer seine Mutter, wenn sie wie viele andere Frauen am Samstag die Kirche putzte.

"Ich habe die Gerüche gerochen, die Stoffe angefasst, ich habe mir das Weihrauchfass angesehen. Ich bin auch die Treppe hinaufgegangen, da stand dieses große Monster, jedenfalls für mich, der ich klein war. Das war die Orgel."

Begeisterung für die Orgel

Diese ließ ihn von da an nicht mehr los. Er erlernte das Instrument, schloss später eine Ausbildung am Rossini Konservatorium in Pesaro ab und spielt auch heute noch gerne. 

All seine Erfahrungen, vor allem die spirituellen, lässt der vielseitige Italiener in die Produkte seines Unternehmens einfließen. In alle Welt gehen seine Parfums. Das erste hieß "Laus - Lob Gottes". Auch für die Dorfkirche kreierte er einen Duft: Santa Giustina.

"Es ist im Grunde der Geruch von offenen Schränken, in denen die liturgischen Gewänder hängen, auch über eine lange Zeit. Und von antikem Chorgestühl, das vom Duft der Kerzen, vom Duft des Weihrauchs durchdrungen ist."

Kahlgeschoren, Vollbart, tätowiert

Eine Lifestyle-Marke sei Filippo Sorcinelli - so verspricht es seine Homepage. Entstanden aus der Verschmelzung der Künste. Er selbst präsentiert sich mit kahlgeschorenem Kopf, Vollbart, Tätowierungen.

"Man kann Christ sein mit einem Ohrring, mit einem Tattoo, so wie ich es mache. Das ändert alles nichts. Denn die Genesis, der Nährboden, der mich nährt, ist immer derselbe, unabhängig von dem Aussehen, das andere als Kontrast werten können."

Vielleicht ist es gerade dieser Kontrast, der ihn als Multi-Talent spannend macht. Eine Spiritualität, die in die Produkte einfließt, die Sorcinelli in seinem Webshop vertreibt.   

Schneider des Papstes und umtriebiger Unternehmer
Elisabeth Pongratz, ARD Rom
18.12.2020 22:39 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: