Porsche-Gebäude in Zuffenhausen, Stuttgart | Bildquelle: dpa

Diesel-Affäre Durchsuchungen bei Porsche

Stand: 18.04.2018 12:05 Uhr

Und wieder Razzien in der Diesel-Affäre: Staatsanwaltschaft und Polizei haben mehrere Objekte des Autobauers Porsche durchsucht. Unter den Verdächtigen ist auch ein ranghoher Manager.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat im Zuge ihrer Ermittlungen gegen Porsche-Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Betrug mit Dieselabgaswerten zahlreiche Porsche-Gebäude durchsucht. An der Aktion waren fast 200 Einsatzkräfte der Landeskriminalämter Baden-Württemberg und Bayern beteiligt. Im Fokus: zehn Objekte des Autobauers.

Die Ermittlungen richten sich laut Staatsanwaltschaft gegen Mitarbeiter der Porsche AG wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung. Es gehe um mögliche Manipulationen der Abgasreinigung von Dieselautos. Es gebe derzeit drei Beschuldigte, einer von ihnen sei Mitglied des Vorstands der Porsche AG. Ein anderer Beschuldigter sei "Mitglied des höheren Managements". Der dritte Beschuldigte arbeite nicht mehr für Porsche.

Das Unternehmen erklärte, die Ermittler hätten Unterlagen gesichtet und gesichert. Porsche und Audi würden in vollem Umfang mit den Behörden kooperieren. Die VW-Tochter Audi liefert große Sechszylinder-Dieselmotoren auch an Porsche.

Julia Henninger, SWR, zur Razzia bei Porsche
tagesschau 17:00 Uhr, 18.04.2018

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Durchsuchungen auch bei Audi

Im Zuge der Ermittlungen gegen Porsche wurden auch Standorte von Audi in Ingolstadt und in Neckarsulm durchsucht. Das teilte ein Unternehmenssprecher in Ingolstadt mit. Die Aktionen hätten aber nichts mit den Ermittlungen gegen Audi zu tun, betonte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München.

Rückruf Modell Macan

Bei dem Stuttgarter Sport- und Geländewagenbauer hatte es bereits zuvor Ermittlungen im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre bei Volkswagen gegeben. Im Herbst 2016 hatte das Unternehmen einen freiwilligen Rückruf des Modells Macan begonnen, nachdem Zweifel an der Abgasreinigung laut geworden waren. Im Juli 2017 ordnete der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ein Zulassungsverbot für den Porsche-Geländewagen Cayenne mit 3,0-Liter-TDI-Antrieb an.

Diesel-Affäre 2015 bei VW begonnen

Die Diesel-Affäre hatte im September 2015 bei Volkswagen begonnen. Der Autokonzern hatte damals eingeräumt, dass Millionen von Fahrzeugen mit Software ausgestattet worden waren, die die volle Abgasreinigung nur im Testbetrieb ermöglichte. Auf der Straße stießen die Wagen deutlich mehr Schadstoffe aus. Dies stürzte Volkswagen in eine schwere Krise.

Durchsuchungen bei Porsche AG und Audi
Lutz Heyser, SWR
18.04.2018 11:33 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 18. April 2018 die tagesschau um 12:00 Uhr und MDR aktuell (Hörfunk) um 12:08 Uhr.

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