Deutsche Post bietet Frankierung übers Smartphone | Bildquelle: dpa

Briefporto per App Zahlencode statt Marke

Stand: 09.12.2020 13:09 Uhr

Für Briefmarkensammler ist es keine gute Nachricht, alle anderen dürfte es freuen: Die Deutsche Post bietet künftig das Frankieren von Briefen per App an. Nötig ist dabei lediglich ein handgeschriebener Code aus Zahlen und Buchstaben.

Wer seinen Brief frankieren will, kann künftig zum Smartphone greifen und eine App nutzen. Wie die Deutsche Post DHL mitteilte, startet die "Mobile Briefmarke" am Markt. Hierbei können die Kunden in der App "Post & DHL" Porto buchen und bekommen dann einen Code aus Zahlen und Buchstaben. Diesen Code schreiben sie mit einem Stift auf den Briefumschlag, den die Post auf dem späteren Sendungsweg als frankiert erkennt.

Kein Aufpreis

Einen Aufpreis gibt es nicht - bezahlt wird das, was das Porto kostet, zum Beispiel 80 Cent für einen Standardbrief. Der Service gilt nur für das Inland. Bezahlt wird über Paypal. "Auch im Post- und Paketbereich spielt Digitalisierung eine immer größere Rolle - nicht als Ersatz für physische Kommunikation, sondern als Ergänzung", sagte der zuständige Konzernvorstand Tobias Meyer.

Die Mobile Briefmarke löst das bisherige Handy-Porto ab, das 2008 eingeführt und nun eingestellt wurde. Hierbei konnte man das Porto über SMS buchen, allerdings wurde hier ein Aufpreis von zuletzt 39 Cent fällig. Zahlen zur Nutzung des Handyportos nannte das Unternehmen nicht. "Das Handyporto war bei den Kunden durchaus beliebt, wenngleich der Service nicht allen bekannt war", sagte ein Post-Sprecher. Er sei zuversichtlich, dass das Nachfolgeprodukt gut ankommen werde, "da es den gleichen Zweck erfüllt wie das Handyporto, aber dabei durch die Einbettung in die App einfacher und ohne Zusatzkosten für unsere Kunden nutzbar ist".

Umsatz von 8,2 Milliarden Euro im Briefmarkt

Die Deutsche Post ist als ehemaliger Staatsmonopolist noch immer mit großem Abstand Marktführer im Briefmarkt. Der Markt schrumpft zwar wegen der Digitalisierung Jahr für Jahr um zwei bis drei Prozent, dennoch ist er lukrativ. 2019 wurden in Deutschland laut Bundesnetzagentur 14,2 Milliarden Sendungen im Briefbereich verschickt, die allermeisten davon sind Werbung und andere Firmenpost.

Der Briefmarkt kam 2019 in Deutschland den Angaben zufolge auf einen Umsatz von 8,2 Milliarden Euro, von denen sieben Milliarden Euro auf die Deutsche Post entfielen. Den Rest teilen Wettbewerber wie Postcon und Pin unter sich auf. Diese Firmen sind auf Geschäftskunden fokussiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Dezember 2020 um 13:00 Uhr.

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