Vor allem das Paketgeschäft der Post boomt derzeit. | Bildquelle: dpa

Tarifabschluss Fünf Prozent mehr Lohn für Post-Beschäftigte

Stand: 23.09.2020 16:04 Uhr

Bei der Post boomt wegen der Corona-Pandemie das Geschäft. Davon profitieren nun auch die Mitarbeiter. Betriebsbedingte Kündigungen im Konzern schließt der neue Tarifvertrag aus.

Die bundesweit rund 140.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post bekommen fünf Prozent mehr Gehalt. Die Deutsche Post und die Gewerkschaft Ver.di haben sich auf einen neuen Tarifvertrag verständigt, der eine Erhöhung in zwei Stufen bis 2022 vorsieht.

Auch Auszubildende erhalten mehr Geld. Im laufenden Jahr soll es für jeden Vollzeitbeschäftigten im November eine Einmalzahlung von 300 Euro geben. Der bestehende Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen wurde bis Ende 2023 verlängert. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 28 Monaten.

Erhöhung in zwei Stufen

Im Einzelnen sieht das Tarifergebnis eine Lohnerhöhung von drei Prozent zum 1. Januar 2021 und weiteren zwei Prozent zum 1. Januar 2022 vor. Die Vergütungen für Auszubildende und dual Studierende steigt zum 1. Januar 2021 um 50 Euro monatlich; zum 1. Januar 2022 erhöht sie sich um weitere 40 Euro.

Die Ver.di-Konzerntarifkommission stimmte dem Ergebnis der Gespräche bereits zu. Ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis sprach von einem "guten Verhandlungsergebnis" für die Beschäftigten. Auch die Post zeigte sich zufrieden. Mit den Lohnsteigerungen würdige der Konzern die Leistungen seiner Beschäftigten, wobei weitere Investitionen möglich blieben, erklärte Thomas Ogilvie, Konzernvorstand für Personal.

Sechs Tage Warnstreiks

Die Arbeitnehmervertreter hatten eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten gefordert. In den vergangenen zwei Wochen hatten sich dafür nach Gewerkschaftsangaben an insgesamt sechs Streiktagen rund 22.000 Beschäftigte an mehr als 300 Standorten an Warnstreiks beteiligt.

Die Beschäftigten der Post- und Paketsparte Deutschland stellen jeden Werktag im Schnitt rund 55 Millionen Briefe und rund 5,2 Millionen Pakete zu. Während das Brief-Geschäft unter der Konkurrenz der E-Mail leidet, boomt das Paket-Geschäft. Wegen der Corona-Pandemie hat es einen weiteren Schub bekommen. Im zweiten Quartal war der operative Gewinn des Konzerns auch deshalb um knapp 20 Prozent gestiegen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. September 2020 um 15:15 Uhr in den Nachrichten.

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