Jerome Powell | Bildquelle: dpa

Von Trump nominiert Jerome Powell neuer Chef der US-Notenbank

Stand: 02.11.2017 20:57 Uhr

Der Jurist und Ex-Investmentbanker Jerome Powell soll neuer Chef der US-Notenbank Federal Reserve werden. US-Präsident Trump schlug den 64-jährigen Republikaner als Nachfolger für Amtsinhaberin Yellen vor. Das Signal: Alles soll beim Alten bleiben.

Stabwechsel bei der US-Notenbank: Die Fed soll künftig von dem langjährigen Direktor Jerome Powell geführt werden. US-Präsident Donald Trump nominierte den 64-Jährigen als Nachfolger der amtierenden Chefin Janet Yellen, deren Mandat Anfang Februar 2018 abläuft. Powell sei für die Führungsaufgabe bestens geeignet, engagiert und klug, sagte Trump.

Powells Berufung gilt als Signal geldpolitischer Kontinuität: Er hat als Direktoriumsmitglied alle geldpolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre mitgetragen. Der Republikaner dürfte somit als künftiger Chef der Notenbank den Kurs behutsamer Zinserhöhungen fortsetzen, falls er vom US-Senat bestätigt wird.

"Konsensstifter für vernünftige Geldpolitik"

Der Jurist gilt als Kompromisskandidat, den Republikaner und Demokraten gleichermaßen akzeptieren können.

Im Fed-Direktorium ist Powell nach der jetzigen Chefin Janet Yellen der Dienstälteste: Er sitzt bereits seit 2012 im Führungsgremium der mächtigen Zentralbank. Powell hat dort als Direktor mit die Weichen dafür gestellt, dass die US-Wirtschaft nach der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 mittlerweile wieder rund läuft.

Trump pries Powell bei einem gemeinsamen Auftritt im Rosengarten des Weißen Hauses als "starke" und "schlaue" Führungspersönlichkeit. In seinen bisherigen fünf Jahren bei der Fed habe er den "Respekt und die Bewunderung seiner Kollegen" erworben. Powell sei ein Konsensstifter für die vernünftige Geldpolitik, an die er glaubt.

"Nervtötend normal"

Powell kündigte seinerseits an, er wolle als Fed-Chef alles in seiner Macht stehende tun, um stabile Preise und ein Maximum an Beschäftigung zu erreichen.

Weggefährten beschreiben Powell als einen ruhigen, ausgleichenden Mann mit guten Manieren. Niemals würde er aufbrausen, Powell ist kein Spalter, eher ein Brückenbauer. Die "Washington Post" bezeichnete ihn als "nervtötend normal".

Powell bringt zwar im Gegensatz zu Yellen und ihren Vorgängern keinen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften für den mächtigen Posten mit, verfügt aber über Berufserfahrung an den Finanzmärkten und im Regierungsapparat. Der studierte Jurist war als Investmentbanker und Abteilungsleiter im Finanzministerium tätig. Einige Jahre lang war er Partner der Anlagefirma Carlyle Group und machte in dieser Zeit ein zweistelliges Millionenvermögen.

Mehr zum Thema

Trump hätte auch die Möglichkeit gehabt, der von seinem Vorgänger Barack Obama ernannten Yellen eine zweite Amtszeit zu gewähren. Die Fed-Chefin hatte er im Wahlkampf noch hart attackiert. Seit seinem Amtsantritt fand Trump aber viele lobende Worte für sie.

Mit der Ernennung Powells bricht Trump mit einer Tradition: Bislang war es üblich, dass die US-Präsidenten die von ihrem jeweiligen Vorgänger ernannten Fed-Chefs im Amt belassen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. November 2017 um 20:00 Uhr.

Darstellung: