GM-Manager tritt Forster-Nachfolge an Reilly wird Übergangschef von GM Europe

Stand: 10.11.2009 17:20 Uhr

Nick Reilly von General Motors
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Nick Reilly soll GM-Europe-Chef werden - aber nur vorübergehend.

Opel und die Schwestermarke Vauxhall in Großbritannien bekommen einen neuen Chef. Nick Reilly tritt die Nachfolge von GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster an, der nach dem geplatzten Opel-Verkauf seinen Rücktritt angekündigt hatte. Der 59 Jahre alte Brite soll das GM-Europageschäft aber nur vorübergehend leiten, bis eine langfristige Lösung gefunden wird, teilte General Motors in Detroit mit. Gleichzeitig habe die externe Suche nach einem neuen Chef von GM Europe begonnen.

Opel-Chef Hans Demant bleibt demnach Vorsitzender der Geschäftsleitung der deutschen GmbH und soll "während der Übergangsphase mit Nick Reilly zusammenarbeiten."

Reilly sei der "richtige Mann, um das Unternehmen in dieser Übergangsphase zu führen", erklärte GM-Chef Fritz Henderson. Er werde für eine "schnellstmögliche Normalisierung des Geschäftsbetriebs" von Opel arbeiten, erklärte GM. Reilly, der als harter Sanier gilt, arbeitet seit mehr als 30 Jahren für GM und war unter anderem schon in Belgien, der Schweiz und Großbritannien für den US-Konzern tätig. Er leitet derzeit das Asien-Geschäft für den Autobauer.

Henderson verspricht mehr Unabhängigkeit

Fritz Henderson
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Mehr Unabhängigkeit für Opel? Das hat GM-Chef Henederson dem Betriebsrat in Aussicht gestellt.

GM-Boss Fritz Henderson versprach nach Angaben des Opel-Betriebsrats mehr Eigenständigkeit für den deutschen Autobauer. Opel solle in Europa wieder zu alter Stärke geführt werden, mit einem "hohen Maß an Unabhängigkeit und Eigenständigkeit innerhalb des GM-Konzerns", sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz nach einem Treffen mit Henderson in Rüsselsheim. Dies habe der Vorstandschef von General Motors zugesagt.

Franz forderte erneut die Umwandlung von Opel in eine Aktiengesellschaft: "Damit kann General Motors zeigen, ob die Eigenständigkeit von Opel ernst gemeint ist." Der Arbeitnehmervertreter forderte einen umfassenden Unternehmensplan für Opel bis 2014. Darin enthalten sein müsse auch ein solides Finanzierungskonzept. Der Betriebsrat habe sich mit der Materie seit eineinhalb Jahren befasst, sagte Franz: "Wir wissen, wo die wichtigen Stellschrauben für eine erfolgreiche Zukunft von Opel sind." Die Arbeitnehmervertreter würden den GM-Plan an diesen Vorgaben messen und dann entscheiden, ob die Belegschaft in weitere Verhandlungen einsteige.

Arbeitnehmerbeitrag zu Opel-Sanierung offen

Der Betriebsrat hatte sich mit dem abgewiesenen Investor Magna unter anderem auf einen Lohn- und Gehaltsverzicht der Belegschaft in Höhe von 265 Millionen Euro geeinigt. Im Gegenzug sollten die Arbeitnehmer zehn Prozent an Opel halten und weitergehende Mitbestimmungsrechte bekommen. Nach dem Platzen des Opel-Verkaufs an Magna hatte der Betriebsrat diese Zusage wieder zurückgezogen.

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