Ausgaben von 27 Millionen Euro im Januar Konjunktur und Winter verteuern Kurzarbeitergeld

Stand: 05.02.2010 13:43 Uhr

Der Winter und die schwache Konjunktur in Deutschland belasten die Arbeitslosenversicherung. Im Januar wurden 27 Millionen Euro für Saison-Kurzarbeitergeld, das frühere Schlechtwettergeld, gezahlt, bestätigte die Bundesagentur für Arbeit (BA) einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Im Januar 2009 waren es demnach nur 15 Millionen Euro.

BA: Monatszahlen nicht direkt vergleichbar

Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg
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An vielen Baustellen hat der Winter die Arbeiten erschwert.

Der Anstieg ist allerdings zum Großteil darauf zurückzuführen, dass die BA im Fall von Kurzarbeit anders als früher von den Unternehmen Sozialversicherungsbeiträge ganz oder teilweise übernehmen kann. Diese Regelung war im vergangenen Jahr im Rahmen der Konjunkturpakete der Bundesregierung eingeführt worden, im Januar 2009 aber noch nicht in Kraft. Deshalb seien die Monatszahlen nicht direkt vergleichbar, sagte eine BA-Sprecherin. 

Auf die neue Regelung entfielen den BA-Angaben im Januar 2010 acht Millionen der insgesamt 27 Millionen Euro. "Das relativiert den Anstieg", sagte die Sprecherin. Der verbleibende Unterschied von vier Millionen Euro zum Januar 2009 dürfte vor allem durch das Winterwetter verursacht sein.

Insgesamt 350 Millionen Euro im Jahr 2009

Insgesamt kostete im Jahr 2009 das reformierte Kurzarbeitergeld der BA zufolge 350 Millionen Euro. 2008 wurden nach der alten Regelung 177 Millionen Euro aufgewendet. Auch hier sei der starke Anstieg unter anderem mit der Übernahme von Sozialversicherungsbeiträgen zu erklären, die laut der BA-Sprecherin im Jahr 2009 bei 59 Millionen Euro lagen. 

Saison-Kurzarbeit ist während des Winters am Bau, bei den Dachdeckern sowie im Landschafts- und Gartenbau möglich. Damit soll verhindert werden, dass die Beschäftigten mangels Aufträgen entlassen werden. Arbeitslosigkeit käme die Bundesagentur wesentlich teurer als das Saison-Kurzarbeitergeld, sagte die Sprecherin.

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