Samung-Erbe Lee Jae Yong vor dem High Court-Gebäude in Seoul

Korruption in Südkorea Samsung-Erbe muss ins Gefängnis

Stand: 18.01.2021 12:33 Uhr

Der Erbe des Samsung-Firmenimperiums, Lee Jae Yong, ist erneut zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Hintergrund ist eine Korruptionsaffäre um die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye.

In einem wieder aufgelegten Korruptionsprozess ist der Erbe des Elektronikkonzerns Samsung, Lee Jae Yong, zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Hohe Gericht von Seoul befand Lee für schuldig, die damalige südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye und deren enge Vertraute mit hohen Summen bestochen zu haben, damit die Regierung eine Fusion zwischen zwei Tochterunternehmen von Samsung unterstützt.

Anwälte von Lee hatten diesen als Opfer von Amtsmissbrauch beschrieben. Einer seiner Anwälte, Injae Lee, sagte, im Grunde gehe es bei dem Fall darum, "dass eine frühere Präsidentin Macht missbrauchte, um die Freiheit und Eigentumsrechte eines Privatunternehmens zu verletzen".

Während der Verhandlung hatte Lee im Dezember 2020 für sein Fehlverhalten um Entschuldigung gebeten und versprochen, sich künftig mehr für die Belange der südkoreanischen Gesellschaft einzusetzen.

Schmiergelder zu niedrig eingeschätzt

Ob der 52-Jährige Berufung gegen das Urteil einlegt, war zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von neun Jahren gefordert. Nach dem Urteil wurde Lee in Gewahrsam genommen. Er trug eine Maske und einen schwarzen Anzug. Er stellte sich bei der Ankunft am Gericht nicht den Fragen von Reportern.

Lee steht dem Samsung-Konzern als Vizepräsident vor. Er war bereits 2017 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, weil er der von 2013 bis 2016 amtierenden Park und deren Freundin Choi Soon Sil umgerechnet rund 6,4 Millionen Euro an Schmiergeldern angeboten haben soll. 2018 wurde Lee aus der Haft entlassen, nachdem das Hohe Gericht seine Strafe auf zweieinhalb Jahre reduziert und die Strafe in eine Bewährungsstrafe umgewandelt hatte.

Viele Jahre Gefängnis

Der Oberste Gerichtshof von Südkorea verwies den Fall 2019 wieder an das Hohe Gericht. Er beschloss, dass die Summe der von Lee mutmaßlich gezahlten Schmiergelder zu niedrig geschätzt worden sei.

Die Staatsanwaltschaft klagte Lee im September 2020 im Zusammenhang mit der Fusion von 2015 zudem wegen Aktienpreismanipulation, Untreue und Verstößen bei der Buchprüfung an. Die Samsung-Aktie reagierte mit kräftigen Verlusten auf die heutige Verurteilung.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. Januar 2021 um 09:43 Uhr.

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