Samsung-Chef DJ Koh präsentiert in San Francisco das neueste faltbare Firmen-Smartphone | Bildquelle: AP

Faltbares Smartphone Samsung bringt das "Fold" auf den Markt

Stand: 21.02.2019 00:44 Uhr

Im November wurde es auf einer Entwicklerkonferenz bereits gezeigt - nun hat Samsung sein neuestes Smartphone offiziell für den Markt präsentiert. Es ist faltbar, gleichzeitig ein Tablet und nicht gerade billig.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Es hat etwas von Kräftemessen, wenn sich Samsung in den Vorhof der Hölle traut - Verzeihung - ins Silicon Valley traut. Einmal im Jahr ist Samsung hier in San Francisco zu Gast, um seine neuen Geräte vorzustellen. Nur ein paar Kilometer weiter südlich hat einer der größten Konkurrenten, Apple, seinen Sitz.

Jedes Jahr üben sich beide Konzerne im Gebrauch des Superlativs. Dieses Jahr vertrat Samsungs Mobilfunk-Chef DJ Koh aber eine andere These: "Wer behauptet, das Mögliche sei erreicht, die Ära der Innovation bei den Smartphones sei vorüber, der Markt sei gesättigt, dem wollen wir heute das Gegenteil beweisen."  

Mancher Experte würde Koh hier widersprechen. Dieses Mal hatte er aber recht. Ein wenig jedenfalls. Das neue faltbare Telefon ist ein Hingucker, wenn auch ein besonders teurer. Um die 2000 Euro dürfte man für das Gerät ab Mai bezahlen, wenn es auf den Markt kommt.

Samsung Smartphone Fold
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Ausgeklappt ist das neue Fold von Samsung ein Tablet ...

Samsung Smartphone Fold
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... zusammengeklappt erinnert es an den Nokia Communicator.

Sponsern Mobilfunk-Anbieter das "Fold"?

"Das 'Fold' ist kraftvolles Telefon und revolutionäres Tablet zugleich, das es als Premium-Angebot gibt", sagt Justin Denison von Samsung. Das Besondere: Zusammengeklappt ist es ein dickes Smartphone, das an den Nokia Communicator erinnert. Klappt man es auseinander, bekommt man einen großen Bildschirm mit 7,3 Zoll Durchmesser. Nur eine kleine dünne Linie lässt erkennen, dass das Tablet eigentlich aus zwei Bildschirmen besteht.

Man darf gespannt sein, wie stark die Mobilfunk-Anbieter das Klapp-Handy subventionieren werden.

So viel Speicher wir ein Desktop-PC

Das Wichtigste aber an der "Unpacked Veranstaltung" von Samsung sind die neuen Smartphones. Hier will man sich preislich leicht unterhalb von Apple positionieren und das etwas behäbig gewordene Unternehmen aus Cupertino übertrumpfen.

Beispiel: die Speicherkapazität. "Wir bringen jetzt 1 Terabyte Speicher, gekoppelt mit einer Micro-SD-Karte kommt man auf dem S10+ auf insgesamt 1,5 Terabyte Speicher, so wie beim PC", erklärt Samsung-Managerin Robin Rhee.

Samsung präsentiert in San Francisco sein Galaxy S10. | Bildquelle: AFP
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Das Galaxy S10 verfügt über einen großen Speicher und einen neuartigen Fingerabdrucksensor.

Dritte Kamera

Nicht wirklich neu, aber technisch gut umgesetzt ist der Fingerabdruck-Sensor, der sich im Display befindet. Er funktioniert mit Ultra-Schall. Der Sensor tastet die Umrisse des Fingers in einem 3D-Verfahren ein. Er erkennt Rillen und Furchen und kann zwischen einem gefälschten 2-D-Fingerabdruckbild und einem echten Finger in 3D unterscheiden.

Die Kamera braucht jetzt nur noch einen kreisrunden Ausschnitt in der rechten oberen Bildschirmecke - damit füllt das Display fast die gesamte Frontseite aus. Auf der Rückseite spendiert Samsung eine dritte Kamera mit Ultra-Weitwinkel-Objektiv. "Die Linse deckt jetzt einen Winkel von 123 Grad ab. Das ist weiter als das menschliche Auge mit 120 Grad abdecken kann", wirbt Rhee.

Neu ist die Lade-Funktion der beiden S10 Spitzenmodelle. Mit ihnen lassen sich andere Geräte aufladen, die man auf die Rückseite des Telefons legt. Zum Beispiel die ebenfalls vorgestellte neue Smart Watch oder die neuen drahtlosen Kopfhörer. "Man kann jetzt bei seinen Freunden angeben und ihnen anbieten, deren Telefon kontaktlos aufzuladen. Das eigene Smartphone wird zur Ladestation", sagt Managerin Rhee.

Ab März kommen die drei neuen S10-Telefone in den Handel. Das Galaxy S10 hat eine Bildschirm-Diagonale von 6,1 Zoll, das Modell S10+ kommt auf 6,4 Zoll.

Auch 5G-Variante erhältlich

Das S10+ kostet in der teuersten Variante 1599 Euro - hat dafür aber einen Terabyte-Speicher und ein Gehäuse aus Keramik-Verbundstoff. Es kommt im Sommer auch in einer 5G Variante auf den Markt - für den superschnellen Datenfunk. Die günstigere Version S10e ist mit 5,8 Zoll kleiner und ab 749 Euro zu haben. Bei ihr verzichtete Samsung unter anderem auf das dritte Kameraobjektiv auf der Rückseite.

Samsung setzt beim S10 und S10+ auf seinen eigenen Exynos 9820 Prozessor. Der soll rund ein Drittel mehr Leistung als sein Vorgänger bringen, dafür aber 15 Prozent weniger Energie verbrauchen.

Was bleibt? Samsung zeigt, dass man auch für weniger Geld, schöne, hervorragend verarbeitete und kraftvolle Smartphones bauen kann. Im Design unterscheiden sich die meisten Telefone heute jedoch kaum noch. Nur unter der Haube schlummern die wahren Unterschiede.

Samsung bringt das "Fold" auf den Markt / Unpacked Event in San Francisco
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
21.02.2019 01:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. Februar 2019 um 6:36 Uhr.

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