Halbe Schweine hängen in einem Schlachthof in Niedersachsen an Haken | Bildquelle: dpa

Schweinepest in Asien China zapft Fleischreserven an

Stand: 18.09.2019 09:34 Uhr

China will im Oktober zünftig feiern - die Volksrepublik wird 70 Jahre alt. Zu Festen wie diesem gehört in China Schweinefleisch. Allerdings grassiert die Schweinepest. Nun zapft Peking Tiefkühlreserven an.

China zapft wegen der grassierenden Afrikanischen Schweinepest tonnenweise tiefgekühlte Fleischreserven an. Nach Angaben der Behörden sollen noch in dieser Woche rund 10.000 Tonnen Schweinefleisch aus der strategischen Reserve auf den Markt gebracht werden.

Dabei handelt es sich offiziellen Angaben zufolge um importiertes Schweinefleisch. China möchte damit den zuletzt massiv gestiegenen Preisen und Engpässen entgegentreten, vor allem deshalb, weil Anfang Oktober die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Volksrepublik anstehen.

Liu Wei arbeitet hinter der Theke | Bildquelle: Steffen Wurzel
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"Ohne Schweinefleisch können Chinesen nicht überleben", sagt Fleischhändler Liu Wei in Shanghai. China bezieht Schweinefleisch vor allem aus Deutschland, Frankreich, den USA und Dänemark.

Schweinefleisch fast 50 Prozent teurer

Im Laufe der Feiertage sind viele Chinesen zu Hause bei der Familie - und Schwein ist mit Abstand das am häufigsten konsumierte Fleisch in China. Der Preis für Schweinefleisch war im August im Vorjahresvergleich um knapp 47 Prozent gestiegen. Grund ist die Afrikanische Schweinepest in China, die sich seit vergangenem Sommer ausbreitet.

Im ersten Halbjahr 2019 schrumpfte der Bestand nach Regierungsangaben um 15 Prozent - im Vergleich zum Vorjahr - auf knapp 347 Millionen Schweine. Fast 1,2 Millionen Tiere wurden vorsorglich getötet. 

Zuletzt hatte die Regierung bereits Subventionen in Höhe von umgerechnet 640.000 Euro für die großen Schweinebetriebe im Land angekündigt. Einige Städte verteilen chinesischen Medien zufolge bereits verbilligtes Fleisch.

Ein Mann desinfiziert Schweine in einer Schweinefarm | Bildquelle: REUTERS
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In China wird rund die Hälfte der weltweiten Schweinebestände gehalten.

Auch Südkorea betroffen

Südkorea meldete unterdessen einen zweiten Fall von Afrikanischer Schweinepest. Nachdem ein Test an einem verendeten Tier die hochansteckende Krankheit bestätigt habe, müssten etwa 5000 Schweine auf einer Farm nahe der Grenze zu Nordkorea getötet werden, teilte das Landwirtschaftsministerium mit.

Bereits am Vortag waren wegen der Schweinepest knapp 4000 Tiere im nahe gelegenen Paju gekeult worden. Der zweite bestätigte Fall bestärkt Befürchtungen, die Krankheit könne um sich greifen und in dem riesigen Schweinebestand Südkoreas verheerenden Schaden anrichten. In dem Land gibt es etwa 6300 Schweinemastbetriebe mit mehr als elf Millionen Tieren.

Im Mai war die Schweinepest in Nordkorea aufgetreten. Ob die Krankheit von dort in den Süden eingeschleppt wurde, war zunächst nicht geklärt. Sie ist für Menschen ungefährlich, für Schweine dagegen tödlich und nicht heilbar.

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