Ein selbstfahrendes Auto der Google-Schwesterfirma Waymo ist auf einer Testfahrt unterwegs. | Bildquelle: dpa

Konkurrenzdruck steigt Milliarden für neue Robotertaxis

Stand: 01.06.2018 15:58 Uhr

Zuletzt gab es Rückschläge beim autonomen Fahren - auch durch tödliche Unfälle. Experten sprechen trotzdem von einer Zukunftstechnologie. Das Entwicklungstempo zieht an - durch Deals von Google, Chrysler und GM.

Die Google-Schwesterfirma Waymo hat im Wettbewerb um selbstfahrende Autos ein deutliches Zeichen gesetzt. Das Unternehmen hat angekündigt, seine Flotte autonom fahrender Autos um bis zu 62.000 Minivans zu vergrößern. Bis jetzt verfügt Waymo über mehrere hundert selbstfahrende Autos.

Die Fahrzeuge wurden beim Automobilunternehmen Chrysler bestellt. Über welchen Zeitraum sie geliefert werden sollen, verriet das Unternehmen nicht. Die ersten Wagen sollen aber bis Ende des Jahres da sein.

Der laut "Wall Street Journal" mehr als zwei Milliarden Dollar schwere Deal zeigt, dass sich im Markt um selbstfahrende Autos in den USA eine neue Dynamik entwickelt.

Selbstfahrende Autos von Fiat Chrysler
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Selbstfahrende Autos von Fiat Chrysler

Google hat die Automobilindustrie aufgeschreckt

Für Aufsehen sorgte auch die Mitteilung, dass Fiat Chrysler bei Elektroautos und autonomem Fahren aufholen möchte. Das geht aus dem heute veröffentlichten Strategieplan für die nächsten Jahre hervor.

Mit Waymo verhandele der Konzern über eine langfristige Kooperation. Das Unternehmen interessiere sich für die Roboterwagentechnologie des Unternehmens. Sie könnte künftig in Autos von Fiat Chrysler eingesetzt werden.

Die Google-Schwesterfirma könnte so zu einer Zulieferfirma der Automobilindustrie werden, die bisher eher zurückhaltend war, was die Zusammenarbeit mit dem Internet-Unternehmen betrifft.

2016 trat Waymo im Zuge der Gründung des Google-Dachkonzerns Alphabet die Nachfolge des Projekts "Google Driverless Car" an. Die Präsentation des Programms für Roboterwagen hatte die Autoindustrie aufgeschreckt und damit die Entwicklung der Technologie beschleunigt.

Robotertaxis im Regelbetrieb

Zumindest in den USA könnten selbstfahrende Autos schon bald zum Straßenbild dazugehören. Waymo plant derzeit einen Robotertaxi-Service in einem Vorort der Stadt Phoenix. Außerdem arbeitet das Unternehmen an selbstfahrenden Lastwagen.

Auch General Motors investiert weiter in autonomes Fahren. Die Tochterfirma "Cruise" des Automobilriesen will bis Ende des kommenden Jahres einen eigenen Robotertaxi-Service starten.

Cruise bekommt zusätzliche Investitionen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro von General Motors und 2,35 Milliarden Dollar von dem japanischen Tech-Konzern "Softbank".

Zukunftstechnologie mit Rückschlägen

Selbstfahrende Autos könnten den Verkehr grundlegend verändern. Die Entwickler versprechen mehr Sicherheit und weniger Unfälle. Zuletzt machten aber schwere Unfälle mit autonomen Autos Schlagzeilen.

Im März kam es zu einem tödlichen Unfall mit einem autonomen Auto des Fahrdienst-Vermittlers Uber. Nur wenig später gab es einen erneuten Unfall mit einem autonom fahrenden Wagen der Firma Tesla.

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