Thomas Steg | Bildquelle: imago/photothek

Nach Abgastests an Affen VW-Cheflobbyist Steg darf bleiben

Stand: 06.06.2018 16:33 Uhr

VW holt seinen Cheflobbyisten Steg zurück. Er war nach umstrittenen Abgastests mit Affen beurlaubt worden. Die Prüfung der Konzernrevision ergab, dass Steg keine "persönlichen rechtlichen Verfehlungen" vorzuwerfen seien.

Volkswagen hat den in der Affäre um fragwürdige Affentests beurlaubten Cheflobbyisten Thomas Steg in seine alte Funktion als Leiter der Konzern-Außenbeziehungen zurückgeholt. Eine vom Vorstand in Auftrag gegebene Sonderprüfung der Revision habe ergeben, dass dem 58-Jährigen im Zusammenhang mit den Tests in den USA keine persönlichen rechtlichen Verfehlungen vorzuwerfen seien, sagte die für Integrität und Recht bei Volkswagen zuständige Vorständin, Hiltrud Werner.

"Studie war überflüssig"

Steg habe sich dennoch sowohl intern als auch in der Öffentlichkeit für sein Nichteingreifen in der Angelegenheit entschuldigt. Er erklärte, er sei weder für die Planung noch für die Beauftragung und Genehmigung der Studie zuständig gewesen. "Die Studie war überflüssig und hatte keinen wissenschaftlichen Nutzen, sie hätte nicht stattfinden dürfen."

Matthias Müller | Bildquelle: AFP
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Im Januar entschuldigte sich der damalige VW-Chef Müller für die Abgasversuche an Menschen und Affen.

Die Untersuchung selbst habe gegen keinerlei rechtliche Prämissen verstoßen, sagte Steg. Er mache sich jedoch den Vorwurf, moralisch-ethische Aspekte vernachlässigt zu haben.

Werner fügte hinzu, der Vorstand und auch sie persönlich seien der Auffassung, dass zu einer guten Unternehmenskultur auch gehöre, Mitarbeiter nach vollständiger Aufklärung eines Sachverhalts mit entlastendem Ergebnis voll und ganz zu rehabilitieren.

Die darüber hinausgehende Überprüfung sämtlicher Versuchs-, Studien- und Forschungsprojekte des Unternehmens solle in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Über das Ergebnis wolle der Konzern dann informieren.

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Versuche mit Affen - und Menschen

Volkswagen hatte den für Außenbeziehungen und Nachhaltigkeit des Konzerns zuständigen Generalbevollmächtigten nach Bekanntwerden der Diesel-Labortests an Affen Ende Januar beurlaubt. Steg, einst Vize-Sprecher der Bundesregierung, war einem Insider zufolge angelastet worden, die Affentests nicht gestoppt zu haben, als er davon erfuhr.

Volkswagen hatte 2007 zusammen mit Daimler, BMW und dem Zulieferer Bosch die Forschungsgruppe EUGT gegründet. Bosch zog sich später zurück. Das Ziel der inzwischen aufgelösten Vereinigung war es, die Gesundheitsfolgen von Schadstoffen wie das von Dieselmotoren ausgestoßene Stickoxid zu erforschen.

2014 wollte der Lobbyverein mit Versuchen an Affen offenbar nachweisen, dass Dieselabgase weit weniger gefährlich sind, als von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgestellt. Er förderte auch ein Experiment, bei dem sich in Deutschland mehrere Probanden an einem Institut der Uniklinik RWTH Aachen dem Reizgas Stickstoffoxid aussetzten.

Über dieses Thema berichtete der NDR in „Hallo Niedersachsen“ am 06. Juni 2018 um 19:30 Uhr.

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