Blick auf den Containerhafen in Shanghai. | Bildquelle: dpa

Handelsstreit mit den USA China droht mit massiver Gegenwehr

Stand: 06.04.2018 09:33 Uhr

Wie du mir, so ich dir: Kaum hatte US-Präsident Trump zusätzliche Strafzölle angedroht, kündigte China zusätzliche Gegenmaßnahmen an. Es ist eine deutliche Kampfansage aus Peking.

China will nach eigenen Angaben im Handelsstreit mit den USA nicht klein beigeben. Man sei darauf vorbereitet, die "protektionistische Handelspolitik der Vereinigten Staaten" um jeden Preis zu bekämpfen, erklärte das chinesische Handelsministerium in einer ersten Reaktion.

"Wenn die USA den Widerspruch aus China und der internationalen Gemeinschaft ignorieren, wird China bis zum Ende gehen", heißt es. Man wolle keinen Handelskrieg, fürchte einen solchen Krieg aber auch nicht. Wie die neuen Gegenmaßnahmen aussehen sollen, ist noch nicht bekannt.

Auch das chinesische Außenministerium stellte seine Sichtweise noch einmal klar: Danach sind die USA Schuld an dem sich zuspitzenden Handelskonflikt. China setze sich dagegen weiter für Globalisierung und weltweiten Handel ein.

Retourkutsche für Retourkutsche

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, er lasse von den zuständigen Stellen weitere Strafzölle auf Einfuhren aus der Volksrepublik prüfen. Sie sollen demnach eine Umfang von etwa 100 Milliarden US-Dollar haben. Trump begründete das mit "unfairen Vergeltungsmaßnahmen Chinas".

Damit schaukelt sich der Handelsstreit zwischen den USA und China immer weiter hoch. Erst am Mittwoch hatte Washington eine Liste mit 1300 chinesischen Importwaren im Wert von rund 50 Milliarden Dollar veröffentlicht, die mit Strafzöllen belegt werden sollen. China konterte mit der Ankündigung, ebenfalls mehrere US-Produkte im Volumen von 50 Milliarden Dollar mit Strafzöllen zu belegen.

US-Präsident Donald Trump begrüßt den chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping in Palm Beach, Florida. | Bildquelle: REUTERS
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Geben sich gegenseitig die Schuld für den sich zuspitzenden Handelskonflikt: Staats- und Parteichef Xi und Präsident Trump.

Dort treffen, wo es wehtut

Beide Seiten zielen auf die wichtigsten Produkte der Gegenseite: Die USA wollen vor allem Produkte der chinesischen Hochtechnologie mit Zöllen belegen, China will mit Zöllen auf Agrarprodukte den ländlichen Raum in den USA treffen, wo Trump besonders viele Wähler hat.

Die USA wollen mögliche neue Zölle erst 60 Tage lang prüfen. Gegenseitigen Strafabgaben würden damit frühestens im Juni in Kraft treten, was beiden Seiten Zeit für Verhandlungen gibt. Im Gegensatz zu seinem wichtigsten Wirtschaftsberater bleibt Trump aber hart. Bei einer Rede im Bundesstaat West Virginia sagte er, es sei an der Zeit, China davon abzubringen, "die USA auszunutzen".

Schutz der eigenen Wirtschaft

Farmer in den USA reagierten besorgt auf die drohende Eskalation im Handelskonflikt mit den USA. Die Androhung neuer Strafzölle für chinesische Güter verknüpfte Trump deshalb mit einem Auftrag an seinen Agrarminister Sonny Perdue: Dieser solle einen Plan "zum Schutz unserer Farmer erarbeiten".

Und Chinas Wirtschaftspolitik? Am Sonntag beginnt auf der südchinesischen Insel Hainan das Asiatische Wirtschaftsforum. Die Regierung hat angekündigt, dass Staats- und Parteichef Xi Jinping dort Schritte zur weiteren Öffnung des chinesischen Marktes verkünden werde.

Mit Informationen von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking.

Handelsstreit: China droht mit Gegenwehr um jeden Preis
Axel Dorloff, ARD Peking
06.04.2018 10:11 Uhr

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Über dieses Thema berichteten NDR Info in den Nachrichten am 06. April 2018 um 09:15 Uhr und Deutschlandfunk am 06. April 2018 um 10:00 Uhr.

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