Stromzähler | Bildquelle: dpa

Energieversorgung Strom teuer wie nie

Stand: 22.09.2019 08:44 Uhr

Mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde: Der Preis für Strom ist in diesem Jahr auf Rekordhöhe gestiegen. Auch die Gaspreise für Haushaltskunden zogen an. Der Trend könnte anhalten, befürchten Verbraucherschützer.

Strom für Privathaushalte in Deutschland war in diesem Jahr so teuer wie nie zuvor. Am Stichtag 1. April ermittelte die Bundesnetzagentur einen durchschnittlichen Strompreis von 30,85 Cent pro Kilowattstunde - fast ein Cent mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2018.

Die Bundesnetzagentur ermittelt die Preise, indem sie die Daten von mehr als 1000 Stromlieferanten auswertet und daraus einen Durchschnitswert über alle Vertragsarten errechnet. Der Anstieg ist fast vollständig den von Lieferanten beeinflussbaren Kosten zuzurechnen: Der Anteil für Beschaffung, Vertrieb und die Handelsspanne der Versorger stieg um 0,91 Cent auf 7,61 Cent je Kilowattstunde. Damit schlug sich vor allem der Anstieg der Großhandelspreise auf private Stromrechnungen durch. Der größte Posten auf der Stromrechnung sind mit mehr als der Hälfte des Gesamtpreises aber Steuern, Abgaben und Umlagen.

RWE kündigt weiteren Preisanstieg an

Der Preisanstieg um knapp 3,3 Prozent ist der stärkste der vergangenen Jahre, auch wenn die Preise für Elektrizität kontinuierlich stiegen. Der größte deutsche Stromerzeuger RWE rechnet mit einem Anstieg der Großhandelspreise, weil die Stillegung weiterer Kraftwerke im Zuge der Energiewende zu einer Verknappung führe.

Verbraucherschützer kritisierten, dass Stromversorger solche Preisanstiege oft rasch an die Kunden weitergäben, die Preise bei sinkenden Beschaffungskosten aber nicht ebenso schnell senkten.

Erdgas in kommender Heizperiode teurer

Auch die Gaspreise für Haushaltskunden stiegen erstmals seit 2013 wieder. Eine Kilowattstunde wurde im Durchschnitt um fast 4,5 Prozent teurer und kostet nun 6,34 Cent.

Laut dem Vergleichsportal Verivox soll auch in der kommenden Heizperiode das Preisniveau von Erdgas hoch bleiben. 40 lokale Gasversorger hätten für die kommenden drei Monate bereits Preiserhöhungen angekündigt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. September 2019 um 09:00 Uhr.

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