Arzt in der Notaufnahme eines Frankfurter Klinikums | Bildquelle: dpa

Einigung bei Klinikärzten Mehr Geld und mehr freie Wochenenden

Stand: 22.05.2019 17:30 Uhr

Monatelang haben die Ärzte der kommunalen Kliniken mit den Arbeitgebern gestritten - nun ist die Tarifeinigung da. Ärzte erhalten mehr freie Zeit und mehr Gehalt. Weitere Streiks sind vorerst vom Tisch.

In den mehr als 500 kommunalen Krankenhäusern in Deutschland kommt es vorerst nicht zu weiteren Ärztestreiks. Im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Marburger Bund (MB) und den kommunalen Arbeitgeberverbänden (VKA) gibt es eine Einigung - nach mehr als 24-stündigen Verhandlungen.

Danach erhalten die rund 55.000 Ärzte rückwirkend zum 1. Januar 2,5 Prozent mehr Geld. Zum 1. Januar 2020 und 1. Januar 2021 steigen die Gehälter dann noch einmal um jeweils zwei Prozent - insgesamt also um 6,5 Prozent. Ab Juli sollen die Arbeitszeiten genau elektronisch erfasst werden. Dienstpläne müssen spätestens einen Monat im Voraus aufgestellt sein.

Anspruch auf freie Wochenenden

Vereinbart wurde außerdem, dass die Ärzte ab dem kommenden Jahr an mindestens zwei Wochenenden im Monat frei haben sollen. Klappt das in einem Halbjahr nicht, weil sonst Patienten gefährdet würden, kann der Arzt diesen Anspruch ins nächste Halbjahr mitnehmen. Zudem soll es Zuschläge bei mehr als vier Bereitschaftsdiensten pro Monat geben.

"Mit der heutigen Einigung verringern wir die Gesamtbelastung der Ärztinnen und Ärzte und schaffen verlässlichere Rahmenbedingungen", sagte Rolf Lübke, Verhandlungsführer des Marburger Bundes. VKA-Verhandlungsführer Dirk Tenzer erklärte, man sei bei den Verhandlungen hart an die Grenze des Machbaren gegangen. "Das sind erhebliche Belastungen für die Krankenhäuser."

"Mehr als zwei Jahre Ruhe"

Auf die Kliniken kommen nach Einschätzung der Arbeitgeber Zusatzkosten von rund einer halben Milliarde Euro zu. Wegen der strengeren Auflagen für Dienstzeiten wird demnach an einigen Kliniken auch mehr Personal benötigt.

Die Tarifverhandlungen hatten bereits im Januar begonnen. Zuletzt waren bundesweit Ärzte an kommunalen Kliniken in ganztägige Warnstreiks getreten, um ihre Forderungen zu untermauern. Auch Operationen mussten teilweise verschoben werden. Nun sei an den Krankenhäusern "für mehr als zwei Jahre Ruhe", sagte Marburger-Bund-Chef Rudolf Henke. Solange soll der nun vereinbarte Tarifvertrag laufen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Mai 2019 um 17:00 Uhr.

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