Flugverbot aufgehoben Boeing 737 Max darf in Europa starten

Stand: 27.01.2021 16:24 Uhr

Vor fast zwei Jahren war die Boeing 737 Max nach zwei verheerenden Abstürzen aus dem Verkehr gezogen worden. Jetzt lässt die Luftfahrtbehörde EASA den Passagierjet wieder von europäischen Flughäfen starten.

Boeings Krisenjet 737 Max darf nach fast zwei Jahren Flugverbot auch in Europa wieder abheben. "Wir haben entschieden, dass die 737 Max sicher in den Dienst zurückkehren kann", erklärte Patrick Ky, Chef der europäische Luftfahrtbehörde EASA.

Die Boeing 737 Max war im März 2019 nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke galt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm.

Boeing hatte die Probleme eigentlich bereits nach dem ersten Absturz beheben wollen. Dennoch kam es zu einem zweiten Absturz, wenige Monate später. Danach erhielt der Typ weltweit Flugverbot. Bei den Untersuchungen traten weitere Mängel zutage, so dass es bis zur Neuzulassung in den USA rund 20 Monate dauerte.

Software-Updates und Piloten-Trainings

Voraussetzung für den Neustart in Europa sind technische Verbesserungen an Hard- und Software sowie zusätzliche Trainings für die Piloten. Nach Ansicht der EASA erfüllen die geplanten Verbesserungen die Anforderungen an die Flugsicherheit. Die Behörde kündigte an, den Betrieb der Maschinen eng zu überwachen.

Die EU-Behörde hatte bei Teilen des Verfahrens mit ihrem US-Pendant FAA kooperiert, wollte aber nach den Abstürzen auf eigener Wissensgrundlage eine unabhängige Entscheidung treffen. Denn die FAA war infolge der Untersuchungen selbst stark in die Kritik geraten. Regulierer sollen bei der ursprünglichen Zertifizierung des Jets die Augen zugedrückt und sich von Boeing an der Nase herumführen lassen haben. Heikle Interna ließen die FAA in schlechtem Licht erscheinen.

Meistverkaufter Passagierjet

Die seit 1967 gebaute und immer wieder veränderte 737 gehört mit mehr als 10.000 Exemplaren zu den meistverkauften Passagierjets der Welt.

In Europa haben unter anderem der Reisekonzern Tui, SunExpress und der Billigflieger Ryanair die 737 Max bestellt. Tui-Airlines im europäischen Ausland haben die "Max" in der Version 737-Max-8 bereits in der Flotte, mussten sie aber seit fast zwei Jahren am Boden lassen. Die mehr als 70 Bestellungen wurden in Verhandlungen mit Boeing mehr als halbiert und zeitlich gestreckt.

Der deutsche Ferienflieger Tuifly wartet noch auf seine erste Maschine der Reihe. Bis zum Einsatz in Deutschland dürften noch einige Monate vergehen, erklärte ein Sprecher in Hannover.

Europas größter 737-Betreiber Ryanair setzt auf die Sonderversion 737 Max 200, die bisher noch nicht ausgeliefert wurde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Januar 2021 um 16:00 Uhr.

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