Ausschreibung gestartet Neue Windparks in Nord- und Ostsee

Stand: 26.02.2021 14:15 Uhr

Der Ausbau der Windenergie auf See kommt allmählich voran: Auf drei Flächen in Nord- und Ostsee sollen neue Windparks gebaut werden. Die Bundesnetzagentur hat eine Ausschreibung gestartet.

Nach Zahlen der Deutschen Windguard waren in Deutschland Ende 2020 rund 1500 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von knapp 7800 Megawatt in Betrieb. Jetzt sollen 958 Megawatt neu dazukommen: Die Bundesnetzagentur hat am Freitag die Ausschreibung von drei Flächen in Nord- und Ostsee für neue Windparks gestartet.

"Die Offshore-Windenergie ist ein wesentlicher Pfeiler für das Gelingen der Energiewende", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Bis 2030 solle das Ausbauziel der Offshore-Windenergie von 20 Gigawatt (GW) erreicht werden, so Homann.

Platz zwei in Europa

Ende des vergangenen Jahres hatte der Bundestag die Ausbauziele bei der Windenergie auf See von 15 GW auf 20 GW erhöht. Der Zielwert bis zum Jahr 2040 liegt bei 40 GW. Wie die Deutsche Windguard schreibt, entfällt die in der Nordsee installierte Leistung in Höhe von 6,7 GW größtenteils auf das Land Niedersachsen. Lediglich 1,8 GW gehörten zu Schleswig-Holstein. Die in der Ostsee installierte Leistung in Höhe von 1,1 GW kommt vollständig aus Mecklenburg-Vorpommern.

Bei den Offshore-Windparks belegt Deutschland europaweit inzwischen den zweiten Platz hinter Großbritannien. Laut Energieverband BDEW liegt der Anteil der Offshore-Windenergie an der Bruttostromerzeugung hierzulande bei rund fünf Prozent. Insgesamt tragen die erneuerbaren Energien rund 45 Prozent zur Stromerzeugung bei, wobei der größte Teil von Windrädern an Land beigesteuert wird.

Gebotsfrist bis zum 1. September

Die ausgeschriebenen Anlagen sollen im Jahr 2026 fertiggestellt werden. Zwei der Flächen liegen in der Nordsee vor den ostfriesischen Inseln, die dritte in der Ostsee nordöstlich der Insel Rügen.

Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, erhält jeweils der Bieter den Zuschlag, der den geringsten Förderbedarf anmeldet. Der Höchstwert für eingereichte Gebote beträgt demnach 7,3 Cent je Kilowattstunde. Neben der Förderung und der Anbindung ans Stromnetz erhalten die erfolgreichen Bieter auch das Recht, beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Planfeststellung für die Bebauung der Flächen mit einem Offshore-Windpark zu beantragen, heißt es weiter.

Das BSH hatte die Meeresumwelt, den Baugrund und die wind- und ozeanographischen Verhältnisse untersucht und die Eignung der Fläche für Windparks festgestellt. Die Gebote sind bis zum 1. September 2021 an die Bundesnetzagentur in Bonn zu richten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Februar 2021 um 14:03 Uhr in den Nachrichten.

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