Tesla-Ladestation bei Sonnenuntergang | Bildquelle: REUTERS

Batteriekosten sollen sinken Tesla plant E-Auto zum Kampfpreis

Stand: 23.09.2020 10:06 Uhr

Der Autohersteller Tesla plant eine neue Generation von Batterien mit halbierten Produktionskosten. In drei Jahren will der Konzern dadurch ein Elektroauto für nur noch 21.000 Euro anbieten. Der Aktienkurs sackte ab.

Der US-Autokonzern Tesla will die Kosten für die Produktion seiner Batterien halbieren und auf diese Weise in drei Jahren ein Elektroauto zum Preis von 25.000 Dollar (umgerechnet 21.000 Euro) anbieten. Dies wären 10.000 Dollar weniger als beim derzeit günstigsten Tesla-Modell. "Wir haben kein erschwingliches Auto", sagte Unternehmenschef Elon Musk. "Das werden wir in der Zukunft haben. Aber dazu müssen wir die Kosten für die Batterien nach unten bringen", erklärte er auf dem "Tesla Battery Day".

Batterien billiger und effizienter

Bei der Präsentation, die mehr als 270.000 Zuschauer online verfolgten, erläuterte das Unternehmen geplante Neuerungen an der Batterie, unter anderem in der Konzeption der Zellen und in der Herstellungskette. Durch die Änderungen sollen die Kosten für die Produktion pro Kilowattstunde um 56 Prozent gesenkt werden.

Tesla-Chef Elon Musk | Bildquelle: AP
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Tesla-Chef Elon Musk will die Neuerungen innerhalb von drei Jahren umsetzen.

Die neue Generation von Batterien soll deutlich leistungsstärker und ausdauernder sein als die derzeitigen und praktisch ohne das teure Schwermetall Kobalt auskommen. Geplant sei ferner ein Recycling von Batteriezellen in der "Gigafabrik" im US-Bundesstaat Nevada. Effiziente und kostengünstige Batterien gelten als Voraussetzung dafür, dass sich die Elektromobilität im Massenmarkt durchsetzen kann

Mit der Ankündigung, dass die Umstellung der Fertigung ungefähr drei Jahre dauern werde, enttäuschte Musk die Erwartungen vieler Anleger, die er in den Tagen zuvor selbst geweckt hatte, als er über den Kurznachrichtendienst Twitter "wahnsinnige" Entwicklungen in Aussicht gestellt hatte. Daraufhin hatten viele Beobachter spekuliert, dass Tesla bei der Veranstaltung bereits einen technischen Durchbruch verkünden würde.

50 Milliarden Dollar Börsenwert verloren

Der Aktienkurs des Elektroautokonzerns, der in den vergangenen Monaten zum wertvollsten Automobilhersteller der Welt aufgestiegen war, sackte im nachbörslichen Geschäft um sieben Prozent ab - nach einem Minus von 5.6 Prozent im regulären Handel des Tages. Damit schrumpfte Teslas Börsenwert am Dienstag um 50 Milliarden Dollar.

Musk machte aber auch deutlich, dass sein Konzern inmitten der Corona-Krise gegen den Trend seinen Aufwärtsentwicklung fortsetzt. "Uns geht es 2020 sehr gut, wir werden trotz schwieriger Umstände wahrscheinlich ein Wachstum zwischen 30 und 40 Prozent erreichen", sagte er. Damit machte Musk deutlich, dass Tesla am ehrgeizigen Jahresziel festhält, etwa 500.000 E-Autos auszuliefern. Das wären 36 Prozent mehr als im Vorjahr.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. September 2020 um 18:40 Uhr.

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