Ein Heizöl-Tankwagenfahrer betankt den Tank eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl. | Bildquelle: dpa

Inflation in Deutschland So teuer wie seit sieben Jahren nicht

Stand: 12.10.2018 09:57 Uhr

Die Inflationsrate in Deutschland hat so stark angezogen wie seit 2011 nicht mehr: Insbesondere für Heizung und Kraftstoffe müssen Verbraucher tief in die Tasche greifen. Aber auch Lebensmittel sind teurer.

Die Inflationsrate in Deutschland hat den höchsten Stand seit 2011 erreicht. Wie das Statistische Bundesamt errechnet hat, lagen die Verbraucherpreise im September um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats - so deutlich war die Teuerung zuletzt vor sieben Jahren mit 2,4 Prozent gewesen.

Insbesondere die Energiepreise sind demnach stark gestiegen: Für Heizöl mussten Verbraucher 35,6 Prozent mehr bezahlen, für Kraftstoffe wie Diesel (17,6 Prozent) und Superbenzin (11,8 Prozent) im Durchschnitt 13 Prozent.

Gemüse um zwölf Prozent teurer

Aber auch für Lebensmittel mussten die Bundesbürger tiefer in die Taschen greifen: Gemüse verteuerte sich demnach um zwölf Prozent, die Preise für Nahrungsmittel als Gesamtkategorie um 2,8 Prozent.

Bei Wohnungsmieten, die etwa ein Fünftel der Gesamtausgaben bei privaten Haushalten ausmachen, lag der Preisauftrieb bei 1,5 Prozent - die gleiche Zahl gilt für Dienstleistungen.

Eine Kundin zahlt ihre Einkäufe. | Bildquelle: dpa
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Verbraucher müssen immer tiefer in die Tasche greifen, um ihre Einkäufe zu bezahlen: Die Preise für Gemüse stiegen im September um zwölf Prozent.

Steigende Preise, niedrige Sparzinsen

Der September 2018 war den Statistikern zufolge der fünfte Monat in Folge mit einer Zwei vor dem Komma.

Für den Euroraum strebt die Europäische Zentralbank (EZB) mittelfristig eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an. Weil die Verbraucherpreise seit geraumer Zeit nur steigen, hat die Notenbank in Aussicht gestellt, ihre umstrittenen Wertpapierkäufe zum Ende dieses Jahres zu beenden.

Die Zinsen im Euroraum sollen aber bis mindestens Sommer 2019 auf dem Rekordtief verharren. Viele Sparer, die ihr Geld trotz niedriger Zinsen auf Tages- oder Festgeldkonten halten, verlieren aufgrund der steigenden Inflation bares Geld.

Über dieses Thema berichtete am 12. Oktober 2018 Deutschlandfunk um 10:00 Uhr in den Nachrichten und tagesschau24 um 11:00 Uhr.

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