Thyssenkrupps Interim-Manager Guido Kerkhoff (Archivbild). | Bildquelle: FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX/Shu

Aufsichtsrats-Sitzung Thyssenkrupp billigt Pläne zur Spaltung

Stand: 30.09.2018 17:02 Uhr

Der Thyssenkrupp-Aufsichtsrat wählt Guido Kerkhoff auf fünf Jahre zum Vorstandschef - und stellt sich damit hinter dessen Pläne, den Konzern aufzuspalten. Doch die Umsetzung kann dauern.

Guido-Kerkhoff wird auf fünf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden von Thyssenkrupp bestellt - das hat der Aufsichtsrat des Konzerns einstimmig beschlossen.

Für den zunächst als Interimschef eingesetzten Manager ist die Wahl eine Bestätigung seiner Pläne, den Mischkonzern in zwei selbstständige Gesellschaften aufzuspalten. Beide Unternehmen sollen ihren Sitz in Essen haben und an der Börse notiert sein. Einen zusätzlichen Personalabbau über die bereits bekannten Kürzungen in der Verwaltung hinaus soll es demnach nicht geben.

Die endgültige Entscheidung soll jedoch eine Hauptversammlung voraussichtlich erst im Jahr 2020 treffen.

Zwei AG: "Thyssenkrupp Materials" und "Thyssenkrupp Industrials"

Die beiden Thyssenkrupp-Großaktionäre, die Essener Krupp-Stiftung und der schwedische Fonds Cevian hatten bereits Zustimmung zu der Aufspaltung des Konzerns signalisiert.

Auf der einen Seite soll die Thyssenkrupp Materials AG unter anderem den 50-Prozent-Anteil aus dem fusionierten Stahlgeschäft mit dem indischen Partner Tata enthalten.

Hinzu kommen der Handel mit Werkstoffen sowie der Marineschiffbau. Im zweiten Unternehmen Thyssenkrupp Industrials AG soll etwa das Geschäft mit Aufzügen oder Zulieferungen für die Autoindustrie gebündelt werden.

Neuer Aufsichtsratschef Bernhard Pellens

Der Einigung des Kontrollgremiums war eine sich über Wochen hinziehende ergebnislose Personalsuche vorangegangen. Gesucht wurde nicht nur ein neuer Vorstandschef, sondern nach dem Rücktritt von Aufsichtsratschef Ulrich Lehner auch ein neuer Chefkontrolleur. Dabei soll es nach Medienberichten zahlreiche Absagen gehagelt haben

Zum neuen Chef des Aufsichtsrats wurde einstimmig Bernhard Pellens gewählt. Der Professor für Betriebswirtschaft und Vizepräsident der Schmalenbach-Gesellschaft ist seit 2005 Mitglied im Aufsichtsrat von Thyssenkrupp.

Nach zwei Rücktritten zählt das Kontrollgremium auf der Kapitalseite nur acht Köpfe. Dem stehen zehn Vertreter der Beschäftigten gegenüber, so dass eine Mehrheit nur mit den Stimmen der Arbeitnehmerbank erzielt werden konnte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. September 2018 um 17:00 Uhr.

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