Drei Ausgaben des TIME Magazines | Bildquelle: picture alliance / ZB

Inhaberwechsel Softwaremilliardär kauft "Time"-Magazin

Stand: 17.09.2018 09:51 Uhr

Milliardenschwere Spieler der Tech-Szene und bewährte Medienmarken: Diese Verbindung gab es zuletzt mehrmals. Jetzt kaufen der Salesforce-Chef und dessen Ehefrau das US-Magazin "Time".

Ein weiterer traditionsreicher Name aus der amerikanischen Medienwelt gehört künftig einem Tech-Milliardär: Der Software-Unternehmer Marc Benioff und seine Ehefrau Lynne kaufen das Magazin "Time". Der Kaufpreis liegt bei 190 Millionen Dollar in bar.

Benioff ist Gründer und Chef der Firma Salesforce, die auf Firmensoftware aus der Internet-Cloud spezialisiert ist und unter anderem mit dem deutschen SAP-Konzern konkurriert. "Time" kaufen die Benioffs aber als Privatleute.

Merkel auf dem Titelblatt des Time Magazine
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"Time" zählte über Jahrzehnte zu den bekanntesten und einflussreichsten US-Publikationen.

Redaktionelle Freiheit bleibt

Das Paar werde nicht in den redaktionellen Alltag eingreifen, erklärte der bisherige Eigentümer, der Medienkonzern Meredith. Benioff schrieb auf Twitter, das "Time"-Magazin sei eine "Schatzkiste unserer Geschichte und Kultur". Er und seine Frau hätten "großen Respekt" für seine Organisation und fühlten sich geehrt, Verwalter dieser Kultmarke zu sein.

Benioff gesellt sich mit dem Kauf zu einer Reihe von US-Milliardären, die angesichts sinkender Auflagen Zeitungen oder Zeitschriften erwarben. Amazon-Chef Jeff Bezos kaufte die "Washington Post" für 250 Millionen US-Dollar - und es ist nicht bekannt, wie viel Geld er seitdem noch in Betrieb und Modernisierung des Blatts investierte.

Darüber hinaus kaufte Milliardär John Henry, Eigentümer der Baseball-Mannschaft Boston Red Sox, den "Boston Globe", und Milliardär Patrick Soon-Shiong erwarb die "Los Angeles Times". 

Sinkende Auflage, sinkende Einnahmen

"Time" war - ähnlich wie seinerzeit die "Washington Post" - hart vom Rückgang der Print-Werbeeinnahmen getroffen worden. Meredith hatte das Magazin erst im Januar gekauft, will sich jetzt aber von mehreren bekannten Titeln trennen, um in den kommenden zwei Jahren die Kosten um bis zu 500 Millionen Dollar zu senken.

Schriftzug der Washington Post | Bildquelle: picture alliance / AP Photo
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Die kritische Haltung der "Washington Post" gegenüber US-Präsident Donald Trump handelte Bezos - und auch Amazon selbst - wiederholte Attacken aus dem Weißen Haus ein.

Zum Verkauf stehen auch "Fortune", "Money" und die "Sports Illustrated". US-Medienberichten zufolge gingen die Preisvorstellungen von Meredith aber mit denen potenzieller Käufer bisher stark auseinander. Der Konzern gibt unter anderem auch das Magazin "People" heraus.

In den vergangenen Jahren versuchte "Time" angesichts sinkender Auflagen und Print-Werbeerlöse, stärker online Fuß zu fassen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. September 2018 um 17:30 Uhr.

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