Eine Mitarbeiterin des Hotels Traube Tonbach in Baden-Württemberg macht in einem Zimmer die Betten. | Bildquelle: dpa

Hotels in Deutschland Zahl der Übernachtungen eingebrochen

Stand: 10.08.2020 09:25 Uhr

Wegen der Corona-Krise verzeichnen Hotels und Pensionen in Deutschland einen dramatischen Rückgang der Übernachtungen. Im Vergleich zum Vorjahr brach die Zahl der Buchungen um 47 Prozent ein.

Die Corona-Krise hat den jahrelangen Boom der deutschen Tourismusbranche im ersten Halbjahr unterbrochen: Von Januar bis Juni brach die Zahl der Übernachtungen in- und ausländischer Gäste um 47,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 117,5 Millionen ein, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

In den Sommerferien fielen die Einbrüche wegen gelockerter Einschränkungen für Hotellerie, Ferienunterkünfte und Campingplätze nicht mehr ganz so heftig aus: Im Juni wurde ein Minus von 41,7 Prozent verbucht. Allerdings waren es im Mai aufgrund zeitweiliger Schließungen noch 74,9 Prozent. Bis zum Ausbruch der Pandemie war die Branche auf gutem Weg zum elften Wachstumsjahr in Folge.

Stadthotels stärker betroffen

Während die Buchungen bei Hotels in Feriengebieten zuletzt einen positiven Trend zeigten, leiden die Stadt- und Tagungshotellerie nach wie vor unter der Krise, weil Messen, Kongresse, Tagungen immer noch nicht stattfinden und viele Geschäftsreisende ausbleiben.

Die Branche befürchtet zudem wegen der steigenden Zahl an Neuinfektionen weitere Rückschläge. "Wir sind alle gut beraten, die Dinge jetzt nicht zu dramatisieren und eine zweite Welle herbeizureden. Aber wir müssen das sehr ernst nehmen", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, Ingrid Hartges. "Corona ist nicht besiegt. Solange müssen wir die Schutzmaßnahmen weiter konsequent umsetzen." Nur so könne die seit Mitte Mai gewonnene Freiheit des Ausgehens und des Reisen erfolgreich verteidigt werden.

Einschränkungen für Monate erwartet

Die deutsche Wirtschaft rechnet wegen Corona mit einer Einschränkung des öffentlichen Lebens für weitere 8,5 Monate, ergab die Ifo-Konjunkturumfrage. "Vor allem Firmen der Freizeitbranche befürchten längere Einschränkungen von 13 Monaten", erklärten die Münchner Forscher dazu. Künstlerische Tätigkeiten und die Gastronomie gehen von elf Monaten aus.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. August 2020 um 10:15 Uhr.

Darstellung: