Flagge der Türkei | Bildquelle: dpa

Krise in der Türkei Arbeitslosigkeit auf Zehn-Jahres-Höchstwert

Stand: 15.04.2019 13:34 Uhr

Liraverfall, Rezession und nun auch Rekordarbeitslosigkeit. Die Türkei steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Zuletzt stieg die Arbeitslosenquote auf 14,7 Prozent.

Die türkische Wirtschaft steckt in der Krise. Die Konjunkturschwäche macht sich nun auch auf dem Jobmarkt bemerkbar. Zwischen Dezember und Februar stieg die Arbeitslosenquote auf 14,7 Prozent - den höchsten Stand seit zehn Jahren. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg mit 26,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Beginn der Datenaufzeichnung 2005.

Ende 2018 schrumpfte die türkische Wirtschaft so stark wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. Aktuell steckt das Land in einer Rezession. Diese könnte sich Experten zufolge auch noch in die zweite Jahreshälfte hineinziehen.

"Es wird schlimmer werden"

Der Türkei-Experte Tatha Ghose von der Commerzbank geht jedoch davon aus, dass die Arbeitslosenquote bis zu einem Anziehen der Konjunktur noch im Juli oder August weiter steigt. "Es wird schlimmer werden, bevor es besser wird."

Die türkische Wirtschaft leidet vor allem unter dem Absturz der heimischen Währung um 30 Prozent. Hintergrund sind unter anderem Unsicherheiten wegen diplomatischer Spannungen mit den USA.

Sowohl Präsident Recep Tayyip Erdogan als auch sein Schwiegersohn und Finanzminister Berat Albayrak haben erklärt, die Türkei habe die schlimmsten wirtschaftlichen Probleme hinter sich. Albayrak kündigte jüngst einige strukturelle Maßnahmen an, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Probleme durch Lira-Verfall

Besonders in den Großstädten sorgen die hohen Lebenshaltungskosten für Unmut. Wegen des Lira-Verfalls wurde es für viele Unternehmen schwierig, ihre Kredite in Euro oder Dollar zu bedienen. Hunderte mussten Gläubigerschutz beantragen, und auch die Regierung stoppte geplante Investitionen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. April 2019 um 17:41 Uhr.

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