Bauarbeiter auf einem Stahlgeflecht

Einnahmen im ersten Halbjahr Staat erzielt Rekordüberschuss

Stand: 24.08.2018 09:11 Uhr

Der Daueraufschwung hat der Staatskasse im ersten Halbjahr einen Rekordüberschuss beschert. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen nahmen unter dem Strich 48,1 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben.

Sprudelnde Steuereinnahmen haben dem Staat im ersten Halbjahr erneut einen hohen Überschuss beschert. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen nahmen von Januar bis Juni 761,8 Milliarden Euro ein und gaben 713,7 Milliarden Euro aus. Der Überschuss belief sich also auf 48,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das ist der höchste Wert in einem Halbjahr seit der Wiedervereinigung.

Wirtschaft wächst weiter

Trotz internationaler Handelskonflikte blieb die exportorientierte deutsche Wirtschaft auch im zweiten Quartal auf Wachstumskurs. Gemessen an der Wirtschaftsleistung lag der Überschuss im ersten Halbjahr bei 2,9 Prozent. Deutschland bleibt damit entfernt von der Schuldenobergrenze, die sich die Europäer in ihren gemeinsamen Verträgen zugestehen. Erlaubt ist demnach höchstens ein Haushaltsdefizit von 3,0 Prozent der nominalen Wirtschaftsleistung. Zuletzt verfehlte Europas größte Volkswirtschaft Deutschland diese Marke im Gesamtjahr 2010 mit einem Minus von 4,2 Prozent.

Angetrieben vor allem vom Bauboom stieg das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 0,5 Prozent. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit erste Daten. Zum Jahresanfang war die Wirtschaft um 0,4 Prozent gewachsen.

Mehr Lohn = mehr Kauffreude

Die historisch gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und Lohnzuwächse sorgen für Kauffreude der Verbraucher. Die Konsumausgaben des Staates, zu denen unter anderem soziale Sachleistungen und Gehälter der Mitarbeiter zählen, stiegen den Angaben zufolge im Frühjahr ebenfalls. Auch die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie beispielsweise Maschinen trugen zum Wachstum bei. Vom Außenhandel kamen dagegen keine Impulse, weil die Importe stärker stiegen als die Exporte.

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Experten gehen davon aus, dass sich der Aufschwung fortsetzt. Gegenüber dem vergangenen Jahr könnte er allerdings etwas an Tempo verlieren. Für Unruhe sorgen vor allem Handelskonflikte wie der Streit zwischen den USA und China.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. August 2018 um 11:30 Uhr.

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