Großraumbüro | Bildquelle: a (Weiss)

Studie zur Mehrarbeit Vier Überstunden pro Woche

Stand: 26.10.2018 13:01 Uhr

Vollzeitbeschäftigte arbeiten laut Vertrag durchschnittlich fast 39 Stunden pro Woche. De facto sind es jedoch laut einer Studie vier Stunden mehr. Jeder Dritte gab an, die Arbeit nicht zu schaffen.

Arbeitnehmer in Deutschland haben laut einer Studie im vergangenen Jahr rund vier Überstunden pro Woche geleistet. Beschäftigte in einem Vollzeitjob kamen im Schnitt sogar auf fast fünf Überstunden, wie aus einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hervorgeht.

Besonders betroffen von Mehrarbeit seien Fahrer von Lieferwagen und Lkw mit durchschnittlich 7,2 Überstunden pro Woche. Die in Arbeitsverträgen vereinbarte Arbeitszeit betrug demnach bei Teilzeit- und Vollzeitstellen durchschnittlich 35,1 Stunden.Tatsächlich wurden im Arbeitsalltag laut der Befragung der in Dortmund ansässigen Bundesanstalt jedoch durchschnittlich 38,7 Stunden gearbeitet.

Vollzeitbeschäftigte waren der Studie zufolge 43,4 Stunden am Arbeitsplatz. Bei Teilzeitbeschäftigten waren es real 23,9 Stunden pro Woche. Als Ursache für Überstunden gaben knapp vier von fünf Befragten betriebliche Vorgaben und Gründe an. Angegeben wurde auch, dass die Arbeit in der vorgesehenen Zeit nicht zu schaffen sei.

Ein Fünftel der Beschäftigten arbeitet atypisch

Nach wie vor arbeitet der Studie zufolge ein Fünftel der Beschäftigten zu sogenannten atypischen Zeiten, etwa vor sieben Uhr oder nach 19 Uhr. 43 Prozent der Beschäftigten gaben an, mindestens einmal im Monat auch am Wochenende zu arbeiten. Insgesamt habe sich die Zahl der Überstunden und der geleisteten Arbeitszeit gegenüber der ersten großen Befragung im Jahr 2015 kaum verändert, hieß es.

Männer hätten noch immer längere Arbeitszeiten als Frauen, die oft nur Teilzeit arbeiten. Auch jüngere Arbeitnehmer seien eher bereit, Überstunden zu machen als ältere. Chefs arbeiteten oft deutlich länger als ihre Mitarbeiter.

Flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit

Als positiven Trend nennt die Studie, dass Arbeitszeit zunehmend flexibel gestaltet werden könne. Dazu gehörten der Einfluss auf Arbeitsbeginn und -ende, die Pausengestaltung oder die Möglichkeit, sich einige Stunden oder Tage freizunehmen. Allerdings würden Beschäftigten mit niedrigerem Bildungsniveau hier weniger Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Für die Studie wurden im vergangenen Jahr über mehrere Wochen hinweg fast 10.000 Arbeitnehmer befragt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 26. Oktober 2018 um 08:00 Uhr.

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