50 Jahre Starbucks Am Anfang war ein Laden in Seattle

Stand: 31.03.2021 16:03 Uhr

Vor 50 Jahren eröffnete der erste Starbucks in Seattle. Heute dominiert die US-Kaffeehauskette den Markt mit mehr als 33.000 Läden weltweit. Das Unternehmen betont, dass ihm bei aller Expansion das Wohl der eigenen Mitarbeiter immer wichtig sei.

Von Nicole Markwald, ARD-Studio Los Angeles

Als Geschäftsmann Howard Schultz 1981 einen Kaffeeladen in Seattle betritt, überkommt ihn ein unglaubliches Gefühl: "Auch wenn es sich kitschig anhört", gibt Schultz in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS zu, "aber als ich in diesen Laden eintrat, wusste ich, dass ich zu Hause bin."

Der Laden namens Starbucks hatte Kaffeebohnen und Kaffeemaschinen und -zubehör im Angebot. Die Idee, auch tatsächlich Kaffee anzubieten, kommt einige Jahre später von Schultz. Da hatte er die drei Inhaber des Ladens, die ihn 1971 gegründet hatten, davon überzeugt, ihn im Marketing anzustellen. Als die Besitzer 1987 Starbucks zum Verkauf anbieten,  greift Schultz zu. Und schafft in den folgenden Jahren eine unglaubliche Erfolgsgeschichte.

Von der braunen Brühe zum Lifestyle-Drink

Kaffee war in den USA bis dahin in Styroporbechern servierte, bittere, braune Brühe. Dahingegen klangen schon die Namen der Getränke bei Starbucks nach italienischer Raffinesse. "Wir haben eine Branche geschaffen, die es bis dahin nicht gab", sagt Schultz. "Und in unserem Fahrwasser sind weitere Angebote, kleinere und größere, erfolgreich entwickelt worden."

Die Zahl der Filialen wuchs im Eiltempo: Gab es 2003 erst 7000 Cafés, waren es 2013 schon 20.000. Heute sind es knapp 33.000 Starbucks-Geschäfte in aller Welt. Eine Folge der Zeichentrickserie "Die Simpsons" nimmt Bezug darauf, wie rasant sich die Kette ausbreitet: "Ich möchte mir gern Ohrlöcher stechen lassen", sagt Bart zum Geschäftsinhaber. "Mach schnell", antwortet dieser, "in fünf Minuten ist das hier eine Starbucks-Filiale!"

Nicht nur der Kunde König?

Starbucks macht vieles anders als der andere große Konzern aus Seattle, Amazon. Bei Starbucks sind Angestellte "Partner" und genauso wichtig wie die Kunden und das Produkt - bei Amazon steht Kundenzufriedenheit an oberster Stelle. Das Kaffee-Imperium zahlt freiwillig mehr als den Mindestlohn, unterstützt auch Teilzeitbeschäftigte bei der Finanzierung ihrer Krankenversicherung und leistet finanzielle Hilfe für  ein Online-Studium - Amazon dagegen macht Schlagzeilen wegen hohen Arbeitsdrucks und permanenter Kontrolle seiner Mitarbeitenden.

Der jetzige Starbucks-Chef Kevin Johnson betont, man sei schon immer ein Unternehmen gewesen, dem es um mehr als nur Profit gehe. Nach einem rassistischen Vorfall zwischen einem Starbucks-Mitarbeiter und zwei schwarzen Gästen im Frühjahr 2018 schloss der Konzern rund 8000 US-Filialen für einen Nachmittag und bot Anti-Rassismus-Training an.

Die Corona-Krise macht auch dem Kaffee-Giganten zu schaffen, auch wenn der schnell auf Lieferdienste, Bestellung per App und seine Läden mit Drive-in-Option setzt. Filialschließungen und Geschäftseinbußen lassen sich nicht verhindern. Inzwischen geht Starbucks allerdings davon aus, dass sich das Geschäft in den wichtigsten Märkten USA und China bald wieder vollständig erholt hat.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 31. März 2021 um 11:20 Uhr.

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