FC Bayern Campus | Bildquelle: picture alliance / Pessefoto ULM

Um mehr als 80 Prozent Gewinneinbruch bei Bayern München

Stand: 18.12.2020 17:15 Uhr

Der mit Abstand erfolgreichste deutsche Fußball-Bundesligist Bayern München hat in der vergangenen Saison deutlich weniger verdient. Das konnte auch nicht der Gewinn des Triples verhindern.

Bayern München hat in der vergangenen Saison die Corona-Pandemie deutlich zu spüren bekommen. Der Fußball-Bundesligist verdiente deutlich weniger.

In der Saison 2019/20 machten sich auch bei den Münchnern die Maßnahmen bemerkbar, mit der die Pandemie eingedämmt werden soll. Seit März fanden die Bayern-Spiele in der Allianz-Arena unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Hauptsächlich dadurch sank der Gesamtumsatz des Konzerns um sieben Prozent. Ohne den Gewinn der Champions League, der Deutschen Meisterschaft und des DFB-Pokals hätte der Verein sicherlich noch erheblich schwächer abgeschnitten.

Dennoch bedeuten die Erlöse von 698 Millionen Euro gerade im langfristigen Vergleich ein enormes Wachstum. Zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts lag der Bayern-Umsatz bei weniger als der Hälfte der Erlöse aus der vergangenen Saison.

Deutlich stärker als der Umsatz litt 2019/20 allerdings der Gewinn. In der abgelaufenen Saison sank dieser um gut vier Fünftel auf 9,8 Millionen Euro. Das war für den erfolgsverwöhnten Verein der niedrigste Wert seit fast zehn Jahren. Dennoch sei auch dies ein Ausdruck des "seit Jahrzehnten" gelebten Prinzips, nicht mehr auszugeben als einzunehmen, kommentierte der stellvertretende Vorstandschef Jan-Christian Dreesen.

Jan-Christian Dreesen (Archivbild Jahreshauptversammlung 2018)
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Bayerns Vize-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen

Es wird noch härter

Die neue Saison dürfte die Bayern allerdings vor deutlich größere Herausforderungen stellen. Der Verein befürchtet einen Umsatzrückgang in dreistelliger Millionenhöhe, sollte man noch lange vor leeren Rängen spielen müssen.

"Wenn wir 20 Prozent Umsatzrückgang haben, fällt es auch uns schwer, ein positives Ergebnis zu zeigen. Die schwarze Null ist bei uns kein Dogma, insbesondere nicht in diesen Zeiten", sagte Dreesen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

BVB hechelt hinterher

Mit dem Zahlenwerk der vergangenen Saison schlossen die Bayern allerdings deutlich besser ab als beispielsweise der Erzfeind Borussia Dortmund. Während der BVB für die abgelaufene Spielzeit zwar einen nahezu konstanten Umsatz vermeldet hatte, rutschte er unter dem Strich mit einem Minus von 44 Millionen Euro erheblich in die Verlustzone.

Ein Jahr zuvor hatten die Schwarz-Gelben noch einen Gewinn von 17 Millionen Euro ausgewiesen.

Negativ-Beispiel FC Barcelona

Doch damit steht der BVB im internationalen Vergleich noch recht gut da. Sehr hart traf es zum Beispiel den FC Barcelona. Die Katalanen hatten sich vor dem Beginn der Saison 2019/20 eigentlich das Ziel gesetzt, als erster Profiverein die Schallmauer von einer Milliarde Euro Umsatz zu knacken. Doch die Pandemie bescherte dem Verein von Superstar Lionel Messi stattdessen einen Umsatzrückgang um rund ein Siebtel auf 855 Millionen Euro. Der Verlust lag sogar bei fast 100 Millionen Euro.

Bei dieser Entwicklung und dem derzeit ausbleibenden sportlichen Erfolg gab es sogar schon Berichte über eine angeblich ernste finanzielle Schieflage der Katalanen.

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